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Molekulare Biomarker für Listeriose

Das Verständnis der molekularen Mechanismen der Pathogenese von Listeria ist für die Gestaltung neuer Kontroll- und Präventionsstrategien von zentraler Bedeutung.
Molekulare Biomarker für Listeriose
Listeria monocytogenes ist eine der wichtigsten Lebensmittelpathogene und hat eine hohe Sterblichkeit. Die aufkommende Notwendigkeit für minimal verarbeitete Nahrungsmittel hat Lebensmittelverarbeitungsmethoden verändert und den pathogenen Charakter von L. monocytogenes hervorgehoben. Interessanterweise kann die relative Virulenz einzelner Isolate von L. monocytogenes stark variieren, aber über die genetische Basis dieser Unterschiede ist noch nicht viel bekannt.

Das Hauptziel des EU-finanzierten Projekts LISGENOMICS (Study of the Listeria monocytogenes gene expression profile in ready-to-eat foods of animal origin by the application of the omics and the bioinformatics/biostatistics disciplines) war die Entwicklung von Methoden, um das Verhalten des Lebensmittelerregers Listeria zu verstehen. Das Konsortium ging von der Annahme aus, dass die Virulenzunterschiede zwischen den Stämmen von unterschiedlichen Genexpressionsmustern herrühren. Die Fähigkeit, die Pathogenität von L. monocytogenes-Stämmen schnell zu bestimmen, ist für die Kontrolle und Prävention von Listeriose von entscheidender Bedeutung.

LISGENOMICS untersuchte die bakterielle Genexpression in Fertiglebensmitteln tierischer Herkunft und nach der Passage durch den Magen-Darmtrakt. Die Identifizierung von molekularen Biomarkern zur Bestimmung des bakteriellen physiologischen Zustands unter bestimmten Bedingungen bleibt eine Schlüsselfrage für die Lebensmittelindustrie.

Das Konsortium kombiniert phänotypische und genotypische Daten für die Entdeckung von Biomarkern und die Aufklärung von Überlebens-, Stressanpassungs- und Virulenzmechanismen. Die Umsetzung dieser Informationen in Strategien zur Verbesserung der Listeria-Inaktivierung und praktische Tests, um die Krankheitserreger entlang der Nahrungskette zu identifizieren, wird die öffentliche Gesundheit erheblich verbessern.

Die identifizierten Biomarker bieten neue Perspektiven für die Vorhersage des Verhaltens und der Physiologie von Bakterien. Die Einarbeitung dieser Daten in mathematische Modelle wird bei der Vorhersage der Pathogeninaktivierung helfen und bei industriellen Verfahren hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und Qualitätsmanagement von unschätzbarem Wert sein.

Insgesamt eröffnet die Kombination von molekularen Werkzeugen und prädiktiver Mikrobiologie neue Wege für die Nahrungsmittelformulierung und die Optimierung der Konservierung.

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Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Biomarker, Listeria monocytogenes, Lebensmittelpathogene, Genexpression, Gesundheit
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