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FP7

MANASH Ergebnis in Kürze

Project ID: 332230
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Niederlande

Maßnahmen gegen diabetesbedingte Morbidität

Mit der alarmierenden Zunahme von Adipositas und Diabetes häufen sich auch Komorbiditäten. Europäische Forscher untersuchten daher molekulare Interventionen, um Leber-assoziierte Entzündungen bei Stoffwechselerkrankungen zu verhindern.
Maßnahmen gegen diabetesbedingte Morbidität
Allein Europa gibt jährlich Milliarden von Euro zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen aus, zudem wird mit einer 20%igen Zunahme bei Diabeteserkrankungen bis zum Jahr 2030 gerechnet. Eine der schwersten Komplikationen bei Diabetes und Fettleibigkeit ist die Leberkrankheit NASH (nichtalkoholische Steatohepatitis), die mit Steatose und Entzündungsprozessen einhergeht.

Die Prävalenz von NASH ist hoch und nimmt weiter zu, nicht nur bei übergewichtigen Kindern und Erwachsenen, sondern auch bei normalgewichtigen Insulin-resistenten Patienten. NASH geht die noch gutartige, so genannte nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) voraus, die über Entzündungsprozesse zu Fibrose, Leberzirrhose und schließlich Leberversagen führt. Trotz vieler neuer Erkenntnisse zu den Krankheitsursachen sind die therapeutischen Möglichkeiten für NASH sehr begrenzt.

So sollte das EU-finanzierte Projekt MANASH (Exploiting the MSP-AMPK pathway for amelioration of NASH) neue therapeutische Optionen für NASH entwickeln, mit Schwerpunkt auf der AMP-aktivierten Proteinkinase (AMPK), einem wichtigen Integrator von Signalwegen zur Steuerung des Energiehaushalts.

Bestätigt ist inzwischen die entscheidende Rolle von AMPK bei der Verstoffwechslung von Kohlenhydraten und Lipiden wie auch Proteinsynthese und Zellwachstum. Da AMPK auch als Entzündungshemmer fungiert, schlägt MANASH die Aktivierung von Leber-AMPK als neue therapeutische Option zur Behandlung von NASH vor.

Da beim metabolischen Syndrom die AMPK-Aktivität reduziert ist, konzentrierten sich die Versuche auf die Entwicklung direkter pharmakologischer Aktivatoren. Schwerpunkt war das makrophagenstimulierende Protein MSP, einem von Leberzellen sezernierten Serum-Faktor, der entzündungshemmend auf Makrophagen wirkt, weil er den AMPK-Signalweg aktiviert.

Die Forscher beobachteten an primären Hepatozyten, dass eine MSP-Behandlung zur signifikanten Aktivierung des AMPK-Signalwegs führt und dieser Effekt sogar bei lipogenen oder entzündlichen Stimuli bestehen blieb. MSP verringerte auch die Produktion entzündungsfördernder Zytokine und verstärkte entzündungshemmende Signale. Bei der Behandlung von Makrophagen, die zuvor NASH-ähnlichen Stimuli ausgesetzt waren, wurde eine signifikante Reduktion der pro-inflammatorischen Genexpression festgestellt.

Insgesamt demonstrierten die Ergebnisse von MANASH, dass sich MSP für therapeutische Intervention gegen NASH eignen, allerdings müssen klinische Wirksamkeit und Sicherheit von MSP noch in Langzeit- und In-vivo-Studien bestätigt werden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Typ-2-Diabetes, Fettsucht, metabolisches Syndrom, Leber, Entzündung, AMPK, MSP
Datensatznummer: 175119 / Zuletzt geändert am: 2016-02-10
Bereich: Biologie, Medizin