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Unternehmen und ihre Rolle beim Transfer umweltfreundlicher Technologien

Ein EU-Team hat die Rolle von Firmen bei der Übertragung umweltfreundlicher Technologien in Entwicklungsländer untersucht. Multinationale Unternehmen haben Fremdforschung unterstützt, wobei hier die Beschaffung von Technologien und die lokale Produktanpassung die Motive waren.
Unternehmen und ihre Rolle beim Transfer umweltfreundlicher Technologien
Schlüsselstrategien der Vereinten Nationen (UN) zur Begrenzung des Klimawandels zielen auf Entwicklungsländer ab, auch wenn Pläne dieser Art vom Zugang zu umweltfreundlichen Technologien abhängen. Im Allgemeinen besitzen und kontrollieren die westlichen Unternehmen auch die Technologien, was diesen Firmen eine zentrale Rolle im Technologietransfer in die Entwicklungsländer verschafft.

Das EU-finanzierte Projekt GREENSPILL (The role of multinational firms in the diffusion of green technologies to developing countries) untersuchte derartige Rollen. Zu den Zielen zählte die Untersuchung der Motive der multinationalen Firmen, die Dokumentation der Umweltauswirkungen des Technologietransfers und eine Definition der politischen Auswirkungen der Rolle der multinationalen Unternehmen (MNU).

Im Resultat lagen neue Beweise für die Internationalisierung von Forschung und Entwicklung (FuE) im Dienste der Umwelt vor. Die multinationalen Unternehmen behalten ihre FuE-Investitionen nicht länger nur für sich und führen die Forschung zunehmend in den Entwicklungsländern durch. In Unternehmen dieser Art wurden ungefähr 17 % der neuesten Patente von Erfindern außerhalb des Standort des Unternehmens entwickelt. China ist eines der wichtigsten Ziele für multinationale Aktivität in Sachen Umwelt, außerdem die OECD-Länder (Organisation for Economic Co-operation and Development; Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), gefolgt von Indien und Taiwan auf dem 19. und 20. Platz.

Der Untersuchung zufolge sind Technologiebeschaffung und lokale Produktanpassung die Hauptgründe dafür, dass multinationale Unternehmen im Ausland forschen lassen. Zu den Faktoren können eine gute Versorgung mit technischen Fachkräften und ein Hervortreten der technischen Industrie innerhalb der lokalen Infrastruktur zählen. Forschung im Ausland trägt überdies dazu bei, Märkte in diesen Ländern zu eröffnen. Multinationale Unternehmen melden oft Patente in Ländern an, von denen sie höhere Umsätze erwarten. Überdies sind die Kosten für die Forschungsarbeit geringer. Auch die lokale Umweltpolitik spielt eine Rolle für die Anziehungskraft auf grüne FuE-Investitionen aus dem Ausland und die Schaffung eines Markts für die Produkte.

Die Untersuchung des Kompromisses zwischen umweltfreundlicher Innovation und Pollution-Haven-Effekten (Verschmutzungshäfen) zeigten, dass multinationale Unternehmen ihre die Umwelt verschmutzenden Aktivitäten in Entwicklungsländern konzentrieren. Strengere Umweltpolitik kann jedoch sowohl die grüne Innovation stärken als auch die Produktion umweltfreundlicher gestalten. Gemäß der Projektergebnisse werden "Technologieoptimisten" in Sachen Umweltlösungen favorisiert.

In weiteren Resultaten führte man die Einflussnahme umweltfreundlicher Technologien auf die energieintensive Produktion detailliert auf und man förderte die Untersuchung der Unterschiede zwischen kleinen und großen innovativen Unternehmen beim technologischen Übergang.

GREENSPILL klärte der Rolle multinationaler Unternehmen beim Transfer umweltfreundlicher Technologien in Entwicklungsländer. Das Thema war Teil einer breiter angelegten politischen Antwort auf den Klimawandel und weitere wichtige globale Fragen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

umweltfreundliche Technologien, Entwicklungsländer, Technologiebeschaffung, Produktanpassung, multinationale Unternehmen
Datensatznummer: 175138 / Zuletzt geändert am: 2016-02-10
Bereich: Industrielle Technologien
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