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FP7

CulturalGeosemantics Ergebnis in Kürze

Project ID: 299998
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Griechenland

Eine verbesserte Geoinformationstechnologie zur Veranschaulichung des kulturellen Erbes

Die Entwicklung eines neuen kulturell-geosemantischen Informationssystems verspricht eine Übertragung georäumlicher Informationen auf spannende neue Weise. Akademische Einrichtungen, Museen und Tourismusportale können von diesem Unterfangen profitieren.
Eine verbesserte Geoinformationstechnologie zur Veranschaulichung des kulturellen Erbes
Bahnbrechende Geoinformationstechnologien werden zunehmend genutzt, um der Öffentlichkeit das kulturelle und wissenschaftliche Erbe zugänglicher zu machen. Eine Initiative in dieser Hinsicht ist das EU-finanzierte Projekt CULTURALGEOSEMANTICS (Geosemantics for cultural heritage documentation – Domain specific ontological modelling and implementation of a cultural geosemantic information system based on ISO specifications), welches auf die Integration semantischer Anwendungen des kulturellen Erbes und professioneller Geoinformationen abzielte.

Im Rahmen des Projekts wurde an der Entwicklung eines kulturell-geosemantischen Informationssystems mit hochmodernen Semantiktools gearbeitet, mit denen räumliche Abfragen durchgeführt und Daten im Rahmen des Semantischen Webs in Cloud-Umgebungen integriert werden können In technischer Hinsicht wurde im Zuge des Projekts eine Erweiterung für das CIDOC CRM (Conceptual Reference Model) zur Dokumentierung des kulturellen Erbes entwickelt, die auf ISO 19100 basiert. Es wurde an dem Modell CRMgeo gearbeitet und eine Ontologie erstellt, die das konzeptuelle Referenzmodell CIDOC CRM mit dem GeoSPARQL-Standard (für georäumlich verbundene Daten) und mit dem Modell CRMarchaeo verbindet, welches die Archäologie-Community unterstützt.

Im Jahr 2014 wurden die Modelle CRMarchaeo und CRMscience von dem Komitee ICOM-CIDOC als Empfehlungen für die Weiterentwicklung einer Vielzahl von Geoinformationsanwendungen des Semantischen Webs aufgenommen. Dies ebnete den Weg zur Förderung des CRMgeo-Modells, welches erfolgreich bei der Erforschung der Geschichte von Bergbauaktivitäten in den östlichen Alpen und ebenfalls in Österreich hinsichtlich der Koreferenz von Ortsnamen getestet wurde.

In praktischer Hinsicht schließt die CRMgeo-Erweiterung die Lücke zwischen der ontologischen Repräsentation des kulturellen Erbes und detaillierten geometrischen Informationen. Dies hilft Nutzern bei der Unterscheidung zwischen beobachtbaren Phänomen, die Raumzeitvolumen beanspruchen und einer Welt, die durch Informationen unter Verwendung von Geometrien beschrieben wird und stellt möglicherweise einen wichtigen Paradigmenwechsel hinsichtlich des Zugangs zu zeitlich-räumlichen Informationen dar.

Einfacher gesagt, wird die Technologie dabei behilflich sein, archäologische Datensätze zu archäologischen Bildungseinrichtungen, Methodologien und Zeitrahmen zu integrieren, um ein vollständigeres Bild zu zeichnen. Die Kombination von Daten des kulturellen Erbes und von Geoinformationen über Semantiktechnologien wird sowohl für den Akademiebereich als auch potenziell für tourismusbasierte Portale im Web und für Museumsausstellungen nützlich sein. Es wird damit gerechnet, dass sich dies in positiver Weise auf die gesellschaftliche Bildung auswirkt und verschiedene Zielgruppen auf bildhaftere und ansprechendere Weise erreicht werden können.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Geoinformation, geosemantisches Informationssystem, kulturelles Erbe, ontologische Modellierung, CRMgeo
Datensatznummer: 175182 / Zuletzt geändert am: 2016-02-19
Bereich: IT, Telekommunikation