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FP7

PARAFROGS Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 299815
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Weltweite Studien zum Froschsterben

Amphibien sind die vielleicht am stärksten vom Aussterben bedrohte Tiergruppe. Eine neue Gefahr, die neben Umweltveränderungen und Habitatverlust das Aussterben beschleunigt, sind Infektionskrankheiten.
Weltweite Studien zum Froschsterben
2008 galten 32% aller Amphibienarten als gefährdet oder ausgestorben. Das EU-finanzierte Projekt PARAFROGS (Emerging protist parasites of frogs: global prevalence and host/parasite interaction) untersuchte daher eine mögliche weitere Ursache des Massensterbens (mass mortality events, MME).

Bereits zuvor war ein eng mit Perkinsus verwandter Protist entdeckt worden, eine Gattung, die normalerweise Austern und Muscheln infiziert. Nun hatte die Mikrobe die Leber von Kaulquappen des Südlichen Leopardfroschs in Georgia, Vereinigte Staaten, infiziert und damit ein MME ausgelöst. Analysen ribosomaler DNA in Süßwasser offenbarten zudem eine freilebende Phase des Parasiten.

Die Forscher entwickelten neue molekulare Analysemethoden - gezielte Polymerase-Kettenreaktion – um die Vielfalt von Perkinsea-Linien aus Froschfamilien auf drei Kontinenten zu untersuchen. Die Forschungen zeigten, dass Perkinsea-ähnliche Protisten Kaulquappen sowohl in gemäßigten als auch tropischen Zonen infizieren.

In Zusammenarbeit mit einem anderen Projekt führte PARAFROGS eine Hochdurchsatz-RNA-Sequenzierung durch, die nahelegte, dass Perkinsea-Linien eine signifikante Rolle als Parasiten in marinen Sedimenten spielen und Teil einer mikrobiellen Samenbankpopulation sind. Demnächst soll die Bedeutung des Parasiten für die marine Nahrungskette näher untersucht werden.

PARAFROGS entwickelte auch eine neue Probenahmemethode für bis zu 4.000 Meter tiefe Sedimente, um Meta-Transkriptome von Populationen wechselwirkender Spezies zu sequenzieren. Vor allem eignet sich das Protokoll für beliebige Habitate (Wirtsgewebe) des Parasiten.

PARAFROG hat die Entwicklung hochmoderner molekularbiologischer Methoden und begleitender bioinformatischer Analysen abgeschlossen. Auf diese Weise können "Omics"-Datensätze, die für die mikrobielle Ökologie wichtig sind, einfacher integriert werden. Die Studie wurde in acht wissenschaftlichen Fachzeitschriften und einem Kapitel in der Cambridge University Press veröffentlicht.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Frosch, Aussterben, Protisten, Perkinsea, molekularbiologische Methoden
Datensatznummer: 175246 / Zuletzt geändert am: 2016-03-04
Bereich: Biologie, Medizin