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FP7

ChemAMP Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 299740
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Modifizierte Proteine für die Entwicklung neuer Antibiotika

Jedes Jahr sterben EU-weit etwa 250.000 Menschen an Antibiotika-resistenten Bakterieninfektionen. Um bakterielle Resistenzen wirksamer bekämpfen zu können, müssen die oft erstaunlich vielfältigen biochemischen Vorgänge dieser Virulenz genauer erforscht werden.
Modifizierte Proteine für die Entwicklung neuer Antibiotika
Eine kürzlich entdeckte Methode der posttranslationalen Modifikation von Proteinen ist die Zugabe von Adenosinmonophosphat – die so genannte AMPylierung. Immer klarer wird, dass es sich hierbei um einen grundlegenden Mechanismus zur Regulierung von Protein-Protein-Interaktionen und Zellsignalen handelt, mit dem Bakterien die Wirt-Pathogen-Interaktion verändern. Daher könnte die Überwachung der AMPylierung neue Möglichkeiten für Antibiotika mit anderer Wirkungsweise aufzeigen.

Das EU-finanzierte Projekt CHEMAMP (Chemical AMPylomics: Targeting a novel host-pathogen interaction) entwickelte und konstruierte Sonden zum Nachweis der Protein-AMPylierung. Auch wurde eine Hochdurchsatzmethode zur Analyse AMPylierter Proteine in Wirt und Bakterium während der Infektion entwickelt.

CHEMAMP identifizierte viele neue AMPylierte Proteine ​​und Proteininteraktionsnetzwerke sowohl bei Bakterien als auch bakteriell infizierten menschlichen Zellen. Anschließend markierte das Team die Proteine, um sie darstellen und isolieren zu können.

Diese Pools mit intelligenten AMPylierten Proteinen wurden detailliert analysiert und mit anderen neu entwickelten Sonden verglichen, um nützliche Funktionen zu integrieren und damit die Leistung der CHEMAMP-Sonden zu optimieren.

Vor allem können die von CHEMAMP entwickelten Moleküle und Technologien neben bakteriellen Infektionen auch auf andere Systeme angewendet werden. Die multifunktionalen ergänzenden Reagenzien eignen sich daher für Fluoreszenztests und die massenspektrometrische Quantifizierung anderer post-translationaler Modifikationen. Ein gutes Beispiel ist die Proteinmyristoylierung, eine Art Proteinlipidierung, die bei Tumoren und dem Lebenszyklus des Malariaparasiten Plasmodium falciparum eine Rolle spielt.

Größeren Pharmaunternehmen, die Wirkstoffforschung und Systembiologie kombinieren, bieten die von CHEMAMP entwickelten Tools neue Möglichkeiten für das umfassende Screening und die Validierung neuer Zielmoleküle.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Modifiziertes Protein, Antibiotikum, Antibiotikum-resistente bakterielle Infektion, AMPylierung, Sonden
Datensatznummer: 175247 / Zuletzt geändert am: 2016-03-04
Bereich: Biologie, Medizin