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Neue Ideen zur Erhaltung alter Gebäude

Ein neues Handbuch zur Förderung der baulichen Intaktheit bei älteren Gebäuden in Verbindung mit einem neuartigen selbstüberwachenden Verstärkungsgewebe wird dazu beitragen, das architektonische Erbe unserer Städte zu bewahren und zu schützen.
Neue Ideen zur Erhaltung alter Gebäude
Die urbane Landschaft verändert sich überall in Europa schnell, was durch vielfältige Faktoren wie die Gentrifizierung von Industriestandorten, Naturkatastrophen und neue Infrastrukturprojekte vorangetrieben wird. Hier bleiben direkte Auswirkungen auf historische Gebäude nicht aus, die nicht immer auf die bestmögliche Art erhalten oder verstärkt werden.

Vor diesem Hintergrund hatte das EU-finanzierte Projekt INSYSM (Intelligent systems for structures strengthening and monitoring) die Lösung des Problems der Verstärkung von Gebäuden durch Kombination von Verstärkungsaktivitäten mit nachhaltiger Überwachung zum Ziel. Es zielte darauf ab, diese Aufgabe durch die Erstellung eines Handbuchs für Ingenieure und Architekten über Nachrüstung, Verstärkung und Überwachung von Gebäuden zu lösen, sowie arbeitete überdies an der Entwicklung eines selbstüberwachenden intelligenten Gewebes zur strukturellen Verstärkung.

Um die Projektziele zu erreichen, integrierte man in das Handbuch eine Toolbox für Verfahren zur Nachrüstung, Verstärkung, Echtzeitüberwachung und Wartung von Bauteilen. Besonderes Augenmerk lag auf Gebäude, die komplexen Belastungssituationen unterliegen, zum Beispiel von Erdbeben, Bergbauaktivitäten, Überschwemmungen oder Verkehrsinfrastrukturen betroffen sind.

Das Handbuch beschreibt neuartige Verfahren im Zusammenhang mit Strukturmodernisierungen anhand von faserverstärkten Materialien. Es beschreibt Gründe für Bauschäden sowie Materialeigenschaften, Designmethoden, Baukonstruktionsverfahren und passende Beispiele. Auch technologische Verfahren für Verstärkungsanwendungen mit Beispielen sind enthalten, ebenso Tipps, Anforderungen und Kontrollmethoden.

Um das Gewebe zur baulichen Verstärkung herzustellen, testete das Projektteam verschiedene Typen von Bauelementen wie beispielsweise Mauerwerk, Holz und Beton. Man berücksichtigte verschiedene Variablen wie Temperatur, Feuchtigkeit, Wi-Fi-Übertragung von Daten durch das neue Material und sogar die Energiegewinnung. So konnte das erste Patent für den Prototyp eines intelligenten Verstärkungs- und Erfassungsgewebes angemeldet werden.

Faktisch ermöglichte die Technik eine sehr kostengünstige Überwachung existierender baulicher Strukturen einschließlich großer Konstruktionen wie beispielsweise Brücken. Die Resultate dieses Projekts sind zusammen mit weiterem Material auf der Website zu finden. Das INSYSM-Handbuch kann dort heruntergeladen werden. Diese Technologie könnte sich als sehr nützlich für die Förderung der strukturellen Intaktheit von Gebäuden und die Erhaltung unseres gemeinsamen Erbes erweisen.

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Schlüsselwörter

Gebäude, Bauwerke, Verstärkungsgewebe, architektonisches Erbe, intelligente Systeme, strukturelle Verstärkung
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