Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Gewichtige Argumente für die natürliche, durch die biologische Uhr bedingte Fettleibigkeit

Die Ernährung, Genetik sowie sozioökonomische Faktoren tragen allesamt zu Fettleibigkeit bei. Diese Faktoren sind allerdings nicht alleine Grund für diese zunehmende Gesundheitsgefahr in entwickelten Ländern. EU-Forscher haben mögliche Zusammenhänge mit der inneren biologischen Uhr untersucht.
Gewichtige Argumente für die natürliche, durch die biologische Uhr bedingte Fettleibigkeit
Zirkadiane Rhythmen von ca. 24 Stunden steuern und koordinieren viele biochemische, physiologische und Verhaltensprozesse. Die Regulation der Fettsynthese und die Fettsäureoxidation werden im Wesentlichen durch Gene gesteuert, die durch die biologische Uhr moduliert werden.

Im Rahmen des Projekts OBESITY AND LIGHT (Bringing obesity to light - do obesogenic chemicals affect lipid metabolism through changes in circadian rhythm?) wurde der Zebrafisch zur Untersuchung der Auswirkungen von Uhrzeitveränderungen auf die Bildung und Ansammlung von Lipiden im Körper verwendet.

Die Forscher von OBESITY AND LIGHT zeigten, dass der Fisch bei Zyklen mit kontinuierlicher Beleuchtung anstelle von Zyklen mit einem Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit sogar noch mehr Fettzellen produzierte, als bei einer hochkalorischen Ernährung. Ferner wird die Adipogenese teilweise durch Isoformen Peroxisom-Proliferator-aktivierter Rezeptoren (Peroxisomal proliferator activated receptors, Ppars) reguliert, von denen einer verschiedene Bindungsstellen für das Uhrgen Rev-erbα aufweist. Dies deutet darauf hin, dass die Fettzellenbildung mit lichtgesteuerten Uhrgenen in Verbindung steht.

Des Weiteren demonstrierte das Projektteam, dass die Exposition von Fischlarven gegenüber endokrin wirksamen Schadstoffen, welche Aktivitäten im Zusammenhang mit der zirkadianen Uhr stören, die Ansammlung von Fettzellen fördern. Chemische Stoffe, von denen bekannt ist, dass diese die Uhraktivität ändern, erhöhten ebenfalls die Fettansammlung.

Die Projektdaten zeigen klar die wechselseitige Beziehung zwischen zirkadianer Uhr und Fettstoffwechsel. Da viele physiologische Prozesse durch biologische Zeitzyklen ausgelöst werden, hat dies aufgrund der Wirkungsweise bestimmter Umweltstoffe weitreichende Folgen für die Gesundheit. Die Behandlung von Krebs, Schlafstörungen und Stoffwechselkrankheiten wie Fettleibigkeit könnte von dieser Forschung profitieren.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Biologische Uhr, Fettleibigkeit, zirkadianer Rhythmus, lipid, endokrin wirksamer Schadstoff
Datensatznummer: 175285 / Zuletzt geändert am: 2016-03-08
Bereich: Biologie, Medizin
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben