Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP7

PROETHANOL2G Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 251151
Gefördert unter: FP7-ENERGY
Land: Portugal

Bioethanol der zweiten Generation geht in die Produktion

Ein EU-finanziertes Team machte einen weiteren Schritt in Richtung der kosteneffizienten Herstellung von Bioethanol aus dem auf der Erde am reichlichsten vorhandenen Rohstoff für Biokraftstoffe: Lignocellulose.
Bioethanol der zweiten Generation geht in die Produktion
Partner aus Brasilien und der EU arbeiteten zusammen im Projekt PROETHANOL2G (Integration of biology and engineering into an economical and energy-efficient 2G bioethanol biorefinery), um innovative Verfahren zur effizienten Umwandlung von Pflanzenabfällen (Stroh und Bagasse) in Ethanol zu entwickeln.

Die Projektpartner entwickelten neue Prozesse für die Biomassevorbehandlung, die ein Produkt erzeugen, das leicht in vergärbare Zucker, die sich für innovatives Bioethanol eignen, umgewandelt werden kann. Diese umfassten die Verwendung von ionischen Flüssigkeiten und überkritischen Fluiden Kohlendioxid-unterstützte Autohydrolyse und Silierung, kombiniert mit hydrothermaler Vorbehandlung.

Ein weiterer Bereich der Arbeit richtete sich auf das Testen von neuartigen Enzymen in Hinblick auf ihre Fähigkeit für den Abbau von Biomasse. Die Projektpartner ermittelten neuartige xylanolytische Enzyme, die mittels heterologer Expression in Saccharomyces cerevisiae hergestellt werden können. Dieser neuartige rekombinante Hefestamm ermöglichte die effiziente Vergärung von verschiedenen Zuckerarten, wodurch die Produktionskosten für fortschrittliche Biokraftstoffe aus Abfallbiomasse gesenkt werden.

Zusätzlich verbessert PROETHANOL2G die Integration von Biomasse-Vorbehandlung, enzymatischer Hydrolyse und Fermentation erheblich. Das Team führte auch ein neues Destillationssystem ein, das den Energieverbrauch reduziert und die Wiedergewinnung von aktiven Enzymen ermöglicht. Da einer der Hauptkostenpunkte der Technologie der zweiten Generation mit den Enzymen zu tun hat, würde die Möglichkeit ihrer Wiederverwendung in der Hydrolyse einen großen Fortschritt darstellen.

Durch die Nutzung von Ausgangsmaterialien, das nicht als Nahrungspflanze angebaut wird, beseitigt PROETHANOL2G die mögliche Konkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Energiebedarf. Die Produktion von fortschrittlichem Bioethanol der zweiten Generation verspricht eine weitere Verringerung der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu pflanzenbasiertem Bioethanol. Die Projektaktivitäten stehen im Einklang mit den EU-2020-Zielen, nach denen 10% der Kraftstoffe für den Verkehr von allen EU-Staaten aus erneuerbaren Quellen wie Biokraftstoffen stammen sollen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Bioethanol, Biokraftstoff, Biomasse, Pflanzenabfälle, vergärbarer Zucker, rekombinante Hefe
Datensatznummer: 175295 / Zuletzt geändert am: 2016-03-09
Bereich: Industrielle Technologien