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FP7

ClearPlast Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 222239
Gefördert unter: FP7-SME
Land: Norwegen

Grüne Zukunft für Polyurethan

Kunststoffe sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Sind sie am Ende ihrer Lebensdauer angelangt, wird das, was sie nützlich macht, jedoch auch zum Problem. Eine Technologie, die auf wirkungsvolle Weise Zusatzstoffe aus Kunststoffabfällen entfernt, eröffnet spannende neue Möglichkeiten, um an hochwertiges Material zu gelangen und dieses dann erneut zu nützlichen Produkten zu verarbeiten.
Grüne Zukunft für Polyurethan
Alle Kunststoffprodukte sind aus einem Grundpolymer (beispielsweise Polyurethan), vermischt mit einem komplexen Mix aus Materialien hergestellt, die als Zusatzstoffe bekannt sind. Die Polyurethanherstellung in Europa beläuft sich auf jährlich mehr als 13 Millionen Tonnen. Derzeit wird etwa 50 % des Polyurethanabfalls auf Deponien entsorgt, und ein großer Teil davon enthält Zusatzstoffe und Pigmente.

So arbeiteten die Wissenschaftler im Rahmen von CLEARPLAST (Development of extraction process for removal of pigments and additives for recycling of polymers) an der Entwicklung verschiedener Methoden zur Entfernung von Pigmenten und Additiven aus Abfallpolyurethan.

Die Arbeit richtete sich zunächst auf die Entwicklung eines Pigmentextraktionsverfahrens, bei dem der Einsatz von überkritischem Kohlendioxid eine Rolle spielte. Obgleich dieses überkritische Fluid bislang zur Zugabe von Pigmenten zu Polymeren oder zum Entfernen von Zusatzstoffen aus Polyurethanen diente, erwies es sich bei der Entfernung von Pigmenten aus Polyurethanen als nicht sehr wirksam. Auch die Anwendung anderer überkritischer Lösungsmittel, Tenside oder der Hochtemperaturfiltration zum Extrahieren von Pigmenten hatte keinen Erfolg.

Das Team richtete sein Augenmerk auf alternative Extraktionsverfahren, die auf konventionelleren Technologien wie Lösemittelumkristallisation und -filtration basierten. Diese Methode wurde hauptsächlich zum Extrahieren von organischen Pigmenten aus Polyurethan verwendet. Ein weiterer Teil der Projektarbeit bezog sich auf das Extrahieren anorganischer Pigmente unter Einsatz eines sauren Lösungsmittels und führte zur Einreichung einer Patentanmeldung.

Da in der EU nahezu 50 % des Kunststoffabfalls auf Deponien enden, geht viel an Energie und verarbeiteten Rohstoffen verloren, anstatt zu neuen Produkten recycelt zu werden. So stehen die Projektaktivitäten im Einklang mit der Abfallrahmenrichtlinie von 2008, welche die Grundlage für den Wandel der EU zu einer Recycling-Gesellschaft bildet. Die Abfallrahmenrichtlinie mit ihrem Ziel der getrennten Sammlung von Kunststoffabfällen von 2015 sowie die Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle haben gleichermaßen spezielle Kunststoffabfallziele.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Polyurethan, Additive, Kunststoffabfall, Zusatzstoffe, Pigmente, Extraktionsprozess
Datensatznummer: 175298 / Zuletzt geändert am: 2016-03-10
Bereich: Industrielle Technologien