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FP7

NINA Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 327424
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Neue Interaktionslösungen für Multiagentensysteme

Bei Multiagentensystemen (MASs) interagieren Mensch und Software, um Probleme zu lösen, die über die jeweiligen Kapazitäten oder das jeweilige Wissen der einzelnen Problemlöser hinausgehen. Im Rahmen einer EU-Initiative wurde die Unverträglichkeit von Zielen zwischen einzelnen Agenten untersucht, die dem Problemlösungsprozess im Wege stehen und zu ineffektiven Ergebnissen führen.
Neue Interaktionslösungen für Multiagentensysteme
MASs setzen sich aus mehreren zeitgleich vorhandenen Agenten zusammen, die gemeinsame Ressourcen nutzen und miteinander kommunizieren. MASs zielen darauf ab, die Koordinierung zwischen Agenten zu formalisieren und zu verstehen, wie sich unabhängige Abläufe am besten organisieren lassen. Konfligierende Ziele zwischen einzelnen Agenten wie etwa Computerprogrammen, Robotern oder Menschen können dem Erreichen dieser finalen Ziele im Wege stehen oder förderlich sein.

Um sich dieser Thematik anzunehmen, war das EU-finanzierte Projekt NINA (Norms in action: Designing and comparing regulatory mechanisms for multi-agent systems) über die Untersuchung von Rechenmethoden der Bereitstellung von Lösungen zur Regulierung und Klärung potenzieller Konflikte in MASs gewidmet.

Die Projektpartner modellierten Konflikte und damit verbundene Praktiken, die für eine erfolgreiche Klärung erforderlich sind. Es wurden insbesondere Normmodelle in Form endogener Verträge und exogener Mechanismen entwickelt. Dem folgte eine Algorithmenanalyse beider Normmodelle.

Zur Modellierung von Konflikten und zielgerichteten Verhaltensweisen identifizierte und analysierte das NINA-Team eine Klasse logikbasierter Boolean-Spiele. Das Team identifizierte zudem ein bewährtes Pre-Play-Verhandlungsmodell, das in endogenen Spielen Anwendung findet.

Der Rahmen, den Boolean-Spiele bildeten, wurde um Nebenbeiträge erweitert, die aus der Spieltheorie stammen. Forscher analysierten Gleichgewichtszustände in den beiden Spieltheoriemodellen und demonstrierten die Bedingungen, die erforderlich sind, um die gewünschten Ergebnisse ohne Eingreifen von außen zu erreichen. Es wurden Taxierungs-/Verhandlungsmechanismen angewandt, um zu zeigen, wie endogene Boolean-Spiele transformiert werden können, um die gewünschten Ergebnisse zu erreichen, ohne dass Nebenbeiträge erforderlich sind.

Im Zuge von NINA wurde ein effektives Lösungsverfahren eingeführt, das vorschlägt, was für die Interaktion zwischen einzelnen Agenten am besten geeignet ist. Die Ergebnisse lassen sich auf jeden Aspekt von MASs übertragen, von Algorithmen bis hin zur Spieltheorie und darüber hinaus.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Multiagentensysteme, Normen, regulatorische Mechanismen, Boolean-Spiele, endogene Spiele
Datensatznummer: 180879 / Zuletzt geändert am: 2016-03-17
Bereich: Industrielle Technologien