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FP7

Dialect evolution Ergebnis in Kürze

Project ID: 297116
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Die Evolution von Dialekten bei Killerwalen

Eine neue Studie hat ergeben, dass Dialekte bei Killerwalen sich in der gleichen Weise entwickeln, wie die menschliche Sprache, und als solche eine Form tierischer Kultur repräsentieren.
Die Evolution von Dialekten bei Killerwalen
Killerwale haben Vokaldialekte - ein einzigartiges Repertoire an Klicks, Pfeifen und Rufen, das allen Gruppen gemeinsam war -, ähnlich wie Vogelgezwitscher oder die menschliche Sprache. Da Dialekte durch soziales Lernen und Nachahmen von der Mutter auf die Nachkommen übertragen werden, glauben die Wissenschaftler, dass sie sich mit der Zeit nach und nach durch zufällige Kopierfehler ändern können.

Das EU-finanzierte Projekt DIALECT EVOLUTION (Principles of dialect evolution in killer whales) verwendete sowohl Evolutionsbiologie als auch Computerwerkzeuge der menschlichen Sprachwissenschaft, um zu bestätigen, wie sich Dialekte bei Killerwalen entwickeln.

Die Forscher schufen zuerst Modelle der verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Rufe verändern können, wenn sie von einer Generation auf die nächste übertragen werden. Dazu gehörten zufällige Fehler bei der Rufen, die sich im Laufe der Zeit anhäufen, sowie wichtige Innovationen, die evolutionäre "Sprünge" zwischen den Generationen darstellen. Sie zeigten, dass Unterschiede bei den Rufen zwischen verschiedenen Walschulen in der Natur nur durch eine Kombination von Zufallsfehlern und Innovationen erklärt werden können.

Um dieses Modell zu bestätigen, analysierten die Forscher das Rufrepertoires von Gruppen aus zwei verschiedenen Orcapopulationen im Nordpazifik mit unterschiedlichen Gruppengrößen und sozialer Stabilität. Außerdem verglichen sie isländische und norwegische Populationen mit den Gruppen aus dem Nordpazifik.

Insgesamt bestätigte die Feststellung, dass Innovationen eine wichtige Rolle in der Dialektevolution spielen, ihr Modell. In diesem Fall teilten sich die Dialekte mit der Zeit in verschiedene Gruppierungen auf, anstatt dass sich ein Ruftyp allmählich in einen anderen weiterentwickelte.

Interessanterweise korrelierten Rufähnlichkeiten nicht immer mit der genetischen Verwandtschaft, was auf große Unterschiede zwischen kultureller und biologischer Evolution hindeutet. Während die biologische Evolution fast ausschließlich durch zufällige genetische Fehler und natürliche Selektion erfolgt, tritt kulturelle Evolution schneller über Innovation auf und beinhaltet nicht-genetische Einflüsse.

Neben der Aufdeckung eines universellen Mechanismus der kulturellen Evolution von sozialen Gruppen, einschließlich Menschen, stellt diese Studie einen Weg bereit, um Killerwalpopulationen akustisch zu identifizieren. Die Überwachung verschiedener Populationsgruppen ist wichtig für die Erhaltung von und den Umgang mit bedrohten Arten.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Killerwal, Dialekte, Sprache, Kopierfehler, Dialektevolution, kulturelle Evolution
Datensatznummer: 180894 / Zuletzt geändert am: 2016-03-17
Bereich: Umwelt