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FP7

NEUROCHOICE Ergebnis in Kürze

Project ID: 277033
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Niederlande

Ein neues Modell für ein besseres Verständnis von emotionalen wirtschaftlichen Interaktionen

Es fehlt an eingehenden Studien zur Verhaltensökonomie, um wirtschaftliche Entscheidungen und Richtlinien zu unterstützen. Ein neues mathematisches Modell verspricht, sich mit diesem Mangel zu befassen.
Ein neues Modell für ein besseres Verständnis von emotionalen wirtschaftlichen Interaktionen
Die Disziplin der Verhaltensökonomie spielt eine zunehmend wichtige Rolle für das Verständnis und die Lenkung unserer Wirtschaft. Beispielsweise kann das Verständnis von Verteilungsbedenken (die Sorge um die Verteilung des Reichtums von anderen) zeigen, warum Menschen Waren kaufen, um ihre soziale Stellung zu verbessern. Ebenso kann die Gewichtung von Präferenzen über Überzeugungen (sich zu überlegen, was andere über einen denken) wirtschaftliche Interaktionen zwischen Menschen beeinflussen. Dies beinhaltet Gefühle wie Schuld oder Eifersucht, die entstehen können, wenn jemand unterschiedliche Überzeugungen als andere hat. Dieses Phänomen ist oft am Arbeitsplatz anzutreffen.

Vor diesem Hintergrund entwickelte das EU-finanzierte Projekt NEUROCHOICE (Neural Mechanisms of Emotional Economic Interactions) ein mathematisches Modell von sozialen Präferenzen und der Gewichtung von Vorlieben über Überzeugungen. Im Rahmen eines multidisziplinären Ansatzes wurden relevante Informationen aus Bereichen wie Anthropologie, Ökonomie und Evolutionspsychologie herangezogen. Außerdem validierte das Projekt das Modell, um sicherzustellen, dass es die relative Gewichtung der Präferenzen von Menschen über die Annahmen anderer über sie genau berechnen kann.

Während einige Studien zeigen, wie Wechselwirkungen zwischen Wirtschaftssubjekten von den Überzeugungen und Absichten anderer beeinflusst werden, haben Ökonomen keinen soliden Rahmen, um das Thema tiefergehend zu studieren. Das Projekt erweiterte Werkzeuge für Wissenschaftler der angewandten Ökonomie und politische Entscheidungsträger, um zu untersuchen, wie Menschen bestimmte Präferenzen über Überzeugungen anderer besitzen. Es entwickelte eine Methodik, um Zukunftsforscher bei der Validierung von Hypothesen im Zusammenhang mit Präferenzen über Überzeugungen und Absichten zu unterstützen.

Das Modell skizzierte erfolgreich das Konzept der Gewichtung von Präferenzen über Überzeugungen und erleichterte so die Prädikation des Verhaltens in simulierten Situationen. Im Vergleich mit gegenwärtigen Modellen, die auf mehrere Fluid-Annahmen zum Verhalten von Menschen basieren, stellt dies eine Verbesserung dar. Tests, die unter Verwendung des neuen Modells durchgeführt wurden, zeigten auch eine starke Tendenz der Menschen, nach ihren Annahmen über die Überzeugungen der anderen Akteure zu handeln. Diese Ergebnisse wurden mithilfe der Spieltheorie erreicht und ermöglichen Sozialwissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern letztlich, bestimmte Arten von wirtschaftlichem Verhalten besser vorherzusagen und eine bessere Politik zur Unterstützung der Wirtschaft zu formulieren.

Beispiele, in denen das Modell verwendet werden könnte, umfassen die Gestaltung besser Industrieaufträge, das Verständnis der Interaktionen zwischen den politischen Parteien sowie die Verbesserung der freiwilligen Zusammenarbeit. Es kann auch verwendet werden, um Entwicklungsländer zu unterstützen, wo die wirtschaftlichen Transaktionen stark von traditionellen gesellschaftlichen Beziehungen abhängen, statt vom freien Markt beeinflusst zu werden. Dank dieses Modells werden Verhaltensökonomik und emotional getriebene wirtschaftliche Interaktionen einfacher vorherzusagen und zu steuern sein.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Verhaltensökonomie, Verteilungsbedenken, Präferenzen über Überzeugungen, soziale Präferenzen
Datensatznummer: 180932 / Zuletzt geändert am: 2016-03-30
Bereich: Industrielle Technologien