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FP7

CLIMBING Ergebnis in Kürze

Project ID: 330249
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Dänemark

Klimawandel und Biodiversität in Europas Seen

Die Biodiversität in Süßwasser nimmt aufgrund der kombinierten Auswirkungen durch menschliche Aktivitäten in einer nicht gekannten Geschwindigkeit ab. Eine der Auswirkungen ist eine Eutrophierung, die sich, wie neuere Studien belegen, durch den Klimawandel wesentlich verschärfen wird.
Klimawandel und Biodiversität in Europas Seen
Die Eutrophierung, bei der überschüssige Nährstoffe in Wasserkörpern ein dichtes Pflanzenwachstum und den Tod tierischen Lebens aufgrund Sauerstoffmangels auslösen, könnte zusammen mit dem Klimawandel zu einem weiteren Rückgang der Süßwasserbiodiversität führen. Das Ergebnis könnte ein grundlegender Wandel des Ökosystemstoffwechsels sein, der zu erhöhten Treibhausgasemissionen führt.

Das Ziel des Projekts CLIMBING (Climate and nutrient impacts on lake biodiversity and ecosystem functioning) bestand darin, zu untersuchen, wie ein sich veränderndes Klima mit der Nährstoffversorgung interagiert und wie sich hierdurch das Verhältnis zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktion in Seen ändert.

CLIMBING lieferte wissenschaftliche Beweise zu den negativen Auswirkungen einer Kombination aus Temperaturanstieg sowie Nährstoff- und hydrologischer Veränderungen auf das Nahrungsnetz und die biologische Artenvielfalt aquatischer Ökosysteme. Die Resultate zeigen ebenfalls, dass Seen in wärmeren Regionen wie etwa der Mittelmeerregion besonders anfällig für ein Artensterben sind. Dies liegt daran, dass das Verschwinden einer Art zum Verschwinden eines ökologischen Merkmals führen könnte, was Veränderungen hinsichtlich des Funktionierens des gesamten Ökosystems auslösen kann.

Ein zentrales Projektergebnis ist die Erfordernis, die Auswirkungen des Klimawandels abzuschwächen und die Nährstoffmenge, die in Seen und sonstige Wasserköper gelangt, zu reduzieren. Zu den Abschwächungsmaßnahmen soll eine effizientere Anwendung von Düngemittel entsprechend der Bodenrückhaltung und des Anbaubedarfs zählen, die zu einer weniger intensiven Landnutzung in Einzugsgebieten mit sensiblem Süßwasser führt. Die Ansiedlung einer Ufervegetation wird außerdem einen Puffer gegen den Transfer von Nährstoffen in Wasserkörper darstellen. Durch das Begünstigen eines Mäanderns von Wasserkanälen würde die Rückhaltung, der Abbau und das Verschwinden organischer Materie und Nährstoffe gesteigert. Verbesserungen in der Landbewirtschaftung und in landwirtschaftlichen Verfahren würden den Export von Sedimenten, Partikeln und gelösten Nährstoffen aus Einzugsgebieten verringern. Verringerte Nährstoffbelastungen durch Landwirtschaft und Industrie können über eine ausreichende Grundwasseraufbereitung und die Kontrolle von Luftemissionsbelastungen erreicht werden.

Die Projektergebnisse könnten zudem einen Beitrag für die europäische Wasserrahmenrichtlinie und für die Gemeinschaftsstrategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bis 2020 leisten. Die Ergebnisse der Initiative werden daher eine wichtige Rolle für den Erhalt der europäischen Süßwasserumwelt angesichts des Klimawandels spielen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Klimawandel, Biodiversität, Seen, Süßwasser, Eutrophierung, Ökosystem
Datensatznummer: 180971 / Zuletzt geändert am: 2016-04-06
Bereich: Umwelt