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FP7

PopularProtestChina Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 909364
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: China

Chinesische Bürgerinnen und Bürger fordern mehr Mitsprache in der Politik

Die chinesische Mittelschicht, angeführt von Gruppen, die für die Rechte von Hausbesitzern einstehen, fordert mehr Beteiligung an der Politik. Eine EU-Initiative hat untersucht, auf welche Weise derartige Gruppen an der Spitze des demokratischen Wandels in China stehen.
Chinesische Bürgerinnen und Bürger fordern mehr Mitsprache in der Politik
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Arbeitslosigkeit, einer größer werdenden Kluft zwischen Arm und Reich und der steigenden Erwartungen der wachsenden Mittelschicht kämpfen Gruppen von Hausbesitzern in Form von Protesten und Demonstrationen für Bürgerrechte. Infolgedessen sieht sich die Kommunistische Partei mit einer anwachsenden Welle politischer Reformen konfrontiert.

In diesem Sinne sollte das EU-finanzierte Projekt POPULARPROTESTCHINA (The middle class, civil rights and popular protest in urban China) nachprüfen, auf welche Weise die Hauseigentümergruppen einen Wandel herbeigeführt haben. Diese Annäherung an eine Demokratisierung Chinas ist die erste seit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) im Jahr 1989.

Die Projektpartner analysierten, wie Bewegungen für die Rechte von Hausbesitzern über die Jahre hinweg in den städtischen Gebieten trotz eines autoritären Regimes zunehmend an Popularität gewannen. Dabei kam man durch Feldarbeit, Forschung und Konferenzteilnahme voran.

Zur Beobachtung der Pekinger Bewegungen für Hausbesitzerrechte besuchten die Forscher wichtige Veranstaltungen, welche das Beijing Bid Committee for Homeowner's Association (Kandidaturenkomitee für den Hauseigentümerverband Peking), das Governance and Community Institute sowie weitere strategische Organisationen initiierten, welche die Sicherstellung der Interessen von Hausbesitzern zum Ziel haben. Die Anführer von Hausbesitzerverbänden und 15 lokale Beamte wurden in Peking, der Provinz Hainan und Sichuan befragt.

Die Forscher untersuchten verschiedene Social-Media-Kanäle, die von Hauseigentümerverbänden zur Sensibilisierung, Einbeziehung gleichgesinnter Aktivisten sowie zur Unterstützung von Maßnahmen wie etwa Protesten und Demonstrationen genutzt werden.

Letztlich wurden mehrere Empfehlungen an die wichtigsten EU-Akteure ausgegeben, welche eine friedliche Transformation und Entwicklung der chinesischen Zivilgesellschaft fördern sollen.

Die Projektergebnisse und die politischen Konsequenzen wurden auf acht Konferenzen präsentiert, welche von der Lokalverwaltung, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen veranstaltet wurden. Es kamen vier wissenschaftliche Arbeiten in führenden Fachzeitschriften zur Veröffentlichung.

Dank POPULARPROTESTCHINA sind politische Entscheidungsträger aus Europa, China und Ostasien nun besser in der Lage, die Mittelschicht, soziale Bewegungen sowie die lokale demokratische Governance in China zu verstehen. Auch die Entscheidungsträger in ganz Europa sind nun gut gerüstet, um den demokratischen Wind der Veränderung beim zweitwichtigsten Handelspartner der EU beurteilen zu können.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Politik, Mittelklasse, Rechte von Eigenheimbesitzern, Rechte von Hausbesitzern, demokratisch, China, Bürgerrechte, Proteste der Bevölkerung
Datensatznummer: 181022 / Zuletzt geändert am: 2016-04-13
Bereich: Industrielle Technologien