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FP7

MulTHIC Ergebnis in Kürze

Project ID: 326107
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Es werde weißes Licht!

Obgleich organische Leuchtdioden (Organic Light-Emitting Diode, OLED) untrennbar mit umweltfreundlicher Beleuchtung und Kosteneinsparungen verflochten sind, hat man eine Menge Schwierigkeiten mit der weißen Emission. EU-finanzierte Wissenschaftler verwendeten nun vielversprechend phosphoreszierende organometallische Materialien, die eine breite Emission aufweisen, welche den größten Teil des sichtbaren Spektrums abdeckt.
Es werde weißes Licht!
Cyclometallierte Iridium(III)-Komplexe sind möglicherweise die am meisten untersuchte Familie phosphoreszierender Emitter für organische Leuchtdioden. Grund dafür sind ihre gut geeigneten photophysikalischen Eigenschaften: hohe Photolumineszenzleistung, kurze Lebensdauer des angeregten Triplettzustands und Einstellbarkeit der Lichtfarbe über das gesamte sichtbare Spektrum hinweg. Komplexe dieser Art haben breite Anwendung in monochromatischen OLED-Bauelementen gefunden. Bei weißen organischen Leuchtdioden gibt es jedoch auch Stabilitätsprobleme und es fallen hohe Herstellungskosten an, was bislang deren Markteinführung stark behindert hat.

Im Rahmen von MULTHIC (Multiphosphorescent emitters based on tris-heteroleptic iridium complexes) umgingen die Forschenden diese Einschränkungen mit der Entwicklung einer neuen Familie von dual phosphoreszierenden Iridium(III)-Komplexen, die direkt weißes Licht emittieren können, ohne dass mehrere emittierende Zentren kombiniert werden müssen. Die Strategie drehte sich um trisheteroleptische Iridiumkomplexe, bei denen die Liganden im angeregten Zustand eine gesteuerte geometrische Verformung durchlaufen können, die zu zwei emittierenden Triplettzuständen führt.

Die Forscher entwickelten eine Synthesemethode zur Darstellung von cyclometallierten Iridiumkomplexen mit N-heterozyklischen Carbenen, Phenylimidazolen und Pyrazolen mit signifikant guten Ausbeuten. Infolgedessen konnten sie mit Erfolg trisheteroleptische Iridiumkomplexe mit einem ersten phosphoreszierenden Band unterhalb von 500 nm und einem zweiten bei etwa 600 nm herstellen.

Die Projektresultate eröffnen neue Möglichkeiten zur Realisierung von weißen Emittern mit einem einzigen Zentrum, womit das Problem bezüglich der Farbverschiebung erledigt sein dürfte. Bei Kombination von zwei Emissionszentren altert typischerweise ein Emitter schneller als der andere, und die Beleuchtungseinrichtung unterliegt deshalb einer Farbverschiebung. Die Entwicklung von weißen OLED-Elementen hat großen Nutzen für Festkörper-Beleuchtungsanwendungen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

weißes Licht, organische Leuchtdioden, OLEDs, cyclometalliertes Iridium, phosphoreszierend, Festkörperbeleuchtung, Solid-State Lighting
Datensatznummer: 181038 / Zuletzt geändert am: 2016-04-14
Bereich: Industrielle Technologien
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