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Ziel Tumorblutgefäße

Das Tumorwachstum kann durch das Zielen auf seine Blutversorgung verhindert werden. Die Suche nach neuen Zielen in den Tumorblutgefäßen könnte helfen, spezifische Anti-Krebs-Medikamente zu entwickeln.
Ziel Tumorblutgefäße
Tumorzellen benötigen Sauerstoff und Nährstoffe, um wachsen zu können, und daher induziert ein Tumor die Bildung neuer Blutgefäße. Dieser Prozess der Bildung neuer Blutgefäße aus bestehenden Gefäßen wird Angiogenese genannt.

Derzeit gibt es mehrere anti-angiogene Arzneimittel für die Behandlung von Krebs. Die meisten von ihnen zielen auf die angiogenen Faktoren des Tumors und ihre Wirksamkeit wird oft durch die Entwicklung von Resistenz gegenüber der Behandlung vermindert. Ziel des EU-geförderten Projekts GENE (Genomic screening of the embryo for novel targets in the tumour endothelium) war es, spezifische Marker für Endothelzellen in Tumoren zu finden, also für Zellen, die das Innere der Tumorblutgefäße auskleiden, um mit Medikamenten speziell auf die Tumorblutgefäße zielen zu können.

Die Ausgangshypothese des Projekts basierte auf der Idee, dass während der embryonalen Entwicklung funktionelle Gene auch bei der Gefäßversorgung des Tumors aktiv sein könnten. Die Forscher analysierten das vollständige Expressionsprofil von Maus-Embryonen in verschiedenen Stadien der Entwicklung sowie das von Tumor-Endothelzellen. Sie verwendeten adultes Mausgewebe für den Vergleich, um die Gene zu identifizieren, die für Embryonen spezifisch sind.

Bei dem Screening wurden 24 Kandidatengene identifiziert, die im Vergleich zum Gewebe von erwachsenen Mäusen eine 100fach höhere Expression in Tumor-Endothelzellen 100fach hatten. Die Forscher überprüften die Gewebeexpression der 10 vielversprechendsten extrazellulär exprimierten Kandidatengene.

Die Forschungsarbeiten des GENE-Projekts stellen einen wichtigen ersten Schritt für die Entwicklung neuartiger und potenziell hocheffizienter Anti-Krebs-Medikamente dar. Die identifizierten Ziele sind spezifisch für Tumor-Endothelzellen, was mögliche toxische Nebenwirkungen minimiert und die Möglichkeit der Tumorzellmutation in arzneimittelresistente Varianten reduziert.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Tumor, Blutgefäße, Anti-Krebs-Medikamente, Endothelzellen, Embryonalentwicklung
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