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Intelligenteres soziales Engagement für eine bessere Welt

Soziales Engagement nimmt in der heutigen Welt zu, was häufig zu Unruhen und Feindseligkeit auf nationaler Ebene führt. Eine Untersuchung des Phänomens führte zu Tools, Schlussfolgerungen und Empfehlungen, um dem Aktivismus angemessener begegnen zu können.
Intelligenteres soziales Engagement für eine bessere Welt
In den letzten Jahren hat sozialer Aktivismus wie etwa die Occupy-Bewegung oder der Arabische Frühling zu einem tief greifenden sozialen Wandel geführt und die geopolitische Landschaft umgestaltet. Um unser Verständnis zu dem Thema zu erhöhen, untersuchte das EU-finanzierte Projekt TMFOA (The moral foundations of activism) die Rolle der moralischen Überzeugung im kollektiven Handeln, vor allem kooperative Bemühungen um einen sozialen Wandel.

Während aktuelle Forschungen darauf hin deuten, dass eine starke kollektive Aktion aus einem Politisierungsprozess entsteht, wo die Menschen sich mit einer sozialen Bewegung und deren Werten identifizieren, entwickelte und überprüfte TMFOA seine eigenen Theorien zu dem Thema. Es untersuchte die Ursachen für eine höhere kollektive Handlungsbereitschaft unter politisierten Menschen und das Potenzial für Reibung. Die Forschung ging außerdem von der Annahme aus, dass eine moralische Überzeugung für ein kollektives Anliegen Menschen dazu bringen könnte, die Anwendung von Gewalt bei der Verfolgung dieser Sache zu rechtfertigen.

Das Projekt fand heraus, dass einige seiner Annahmen oder Prognosen eher gültig waren als andere. Es registrierte eine starke Beziehung zwischen dem Grad der politisierten kollektiven Identifikation und dem Ausmaß, in dem Menschen eine moralische Überzeugung zur Unterstützung der kollektiven Sache vertreten. Die Forscher stellten außerdem fest, dass sowohl politisierte kollektive Identifikation als auch moralische Überzeugung die Bereitschaft, sich am kollektiven Handeln zu beteiligen, beeinflussten.

Sie kamen zu dem Schluss, dass politisierte Menschen negativ auf die reagieren, die sich weniger für die kollektive Sache engagierten, berücksichtigen aber auch die Rolle der moralischen Überzeugungen in der Gleichung. Dies zeigte, dass moralische Überzeugungen zur Unterstützung einer kollektiven Sache feindliche kollektive Aktionen fördern, und unterstreicht die Bedeutung, die moralischen Aspekte des Aktivismus zu berücksichtigen. Gibt man den Demonstranten zudem wirksame friedliche Mittel an die Hand, ihre Ziele zu verfolgen, verringert sich die Bereitschaft für feindliche kollektive Aktionen.

Darüber hinaus entwickelte das Forscherteam ein Werkzeug, um das Ausmaß zu messen, zu dem Individuen eine Abhängigkeit von rationalen Mitteln bei der Bildung und Bewertung von Überzeugung als eine moralische Frage sehen. Es untersuchte auch Unterschiede zwischen religiösen und nicht-religiösen Menschen bei der Moralisierung von Rationalität sowie die Folgen solcher Unterschiede.

Wichtig ist, dass die Forschungsergebnisse bei nicht-religiösen Menschen eine stärkere Moralisierung von rationalen Prozessen der Bildung und Bewertung von Überzeugungen zeigten als bei religiösen Personen. Sie erklärten, warum nicht-religiöse Menschen negativer auf die Verletzung von Rationalität als religiöse reagierten. Diese Ergebnisse können bei der Förderung eines friedlichen sozialen Wandels von entscheidender Bedeutung sein.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Soziales Engagement, sozialer Wandel, kollektives Handeln, moralische Überzeugung, moralisierte Rationalität
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