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Ein selbstorganisiertes System für Nachhaltigkeit und mehr

Eine steigende Nachfrage nach knappen Ressourcen hat den Bedarf für das Erlernen und die Umsetzung konventioneller Regeln oder Normen erhöht. Im Rahmen einer EU-finanzierten Initiative wurde untersucht, wie solche Normen am besten entworfen und repräsentiert werden sollten.
Ein selbstorganisiertes System für Nachhaltigkeit und mehr
Das Ziel des Projekts NORMS4SRA (Norm-governed self-organised systems for sustainable resource allocation) bestand in der Entwicklung eines probabilistischen, regelbasierten Argumentationsrahmen zur Untersuchung normengeregelter, selbstorganisierter Systeme unter Anwendung von zwei Forschungslinien.

In der ersten Forschungslinie wurden theoretische Modell für theoretische Agenten erstellt, um vorherzusagen, wie sich Menschen unter bestimmten Umständen und in einer spezifischen technischen Infrastruktur verhalten würden. Im Zuge des zweiten Ansatzes wurden Funktionsmodelle für normengeregelte, selbstorganisierende Systeme mit spezifischen Eigenschaften entworfen.

Forscher entwickelten einen schichtigen Rahmen, wobei jeweils eine der sechs Schichten verschiedenen Anforderungen gewidmet war. Die ersten beiden Schichten griffen auf eine intuitive, regelbasierte argumentative Logik zurück, um die Kommunikation zu vereinfachen und Modelle der untersuchten Systeme zu aktualisieren. Die dritte Schicht integrierte die Wahrscheinlichkeitstheorie in den argumentativen Rahmen, um Unsicherheiten zu erfassen.

Die vierte Schicht berücksichtigte die Lernaspekte des Rahmens, welche eine Untersuchung von Lernagenten und das faktenbasierte Lernen von Modellen ermöglichte. Die vierte Schicht war auf Normen fokussiert, die Gesellschaften von Lernagenten regelten oder in diesen entstanden. Die letzte, sechste Schicht, thematisierte Gesellschaften, in denen sich Agenten unter Verwertung selbständiger Erfahrungen im Hinblick auf die Entscheidungsfindung selbst steuerten.

Forscher erstellten einen schichtigen Multiagenten- Proof-of-Concept-Rahmen, um Populationen mit normenbasierten Agenten zu untersuchen. Dies ermöglichte ein schnelles Prototyping bei einer gleichzeitigen genauen Repräsentation und Kommunikation von Modellen zu Agenten, zu Normen und zur Logik an den Rahmen. Der Rahmen wurde getestet, indem dieser für die Ressourcenzuweisung und für den Bereich der elektrischen Netze angewandt wurde.

NORMS4SRA lieferte eine Alternative zu bestehenden gleichungsbasierten und Spieltheoriemodellen, die für rechtliche und wirtschaftswissenschaftliche Untersuchungen verwendet werden. Das Projekt wird ein besseres Verständnis komplexer normativer Systeme ermöglichen und damit politischen Entscheidungsträgern behilflich sein, geeignete Regeln zu schaffen, um Ziele zu erreichen.

Das Projekt hat zudem weitreichendere Implikationen für die Gesellschaft. Diese reichen von juristischen Systemen der nächsten Generation über Logikengines für das Internet der Dinge als Ergebnis spontaner Lernmuster bezüglich Ereignissen bis zur Erklärung von Ereignissen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Selbstorganisiertes System, Normen, nachhaltige Ressourcenzuweisung, Argumentationsrahmen, Lernagenten
Datensatznummer: 181135 / Zuletzt geändert am: 2016-04-27
Bereich: Industrielle Technologien
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