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Mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Körper

Wissenschaftler entdeckten einen Zusammenhang zwischen Körperwahrnehmung und Körpergefühl, was neue Erkenntnisse zu den Ursachen von Essstörungen liefern könnte.
Mehr Zufriedenheit mit dem eigenen Körper
Beim Betrachten des eigenen Körpers werden im Gehirn andere Nervenbahnen aktiviert als beim Anschauen eines anderen Menschen. Zusammen mit dem Druck der modernen Gesellschaft auf das Individuum kann dieses Phänomen die eigene Körperwahrnehmung und Psyche beeinträchtigen und Essstörungen fördern.

Wissenschaftler des EU-finanzierten Projekts SIZE MATTERS (Size matters: Investigating the link between affective and perceptual body representations using multisensory illusions and brain imaging) untersuchten mittels Magnetresonanztomographie (MRT) und VR-Methoden (virtueller Realität) neuronale Verbindungen zwischen Wahrnehmung und Zufriedenheit mit dem eigenen Körper.

SIZE MATTERS präsentierte den Probanden über VR-Headsets Ganzkörperillusionen von Mannequins oder anderen Personen aus eigener Perspektive. Synchronisierte Berührungen zwischen dem Körper des Probanden und dem über Headset gezeigten Körper förderten dabei die Illusion, dass es sich um den eigenen Körper handelt (der entweder schlank oder adipös war).

Für die Kontrolle wurden die Probanden asynchron berührt, was die körpereigene Illusion dann wieder beseitigte. Mittels fMRT wurden neuronale Verbindungen zwischen Körperwahrnehmung und -zufriedenheit analysiert.

Alles in allem waren die Probanden zufriedener mit einem schlanken und weniger zufrieden mit einem adipösen Körper. Die Forscher entdeckten auch eine direkte neuronale Verbindung zwischen Gehirnregionen, die für die Zufriedenheit mit dem eigenen Körper und jenen, die für Körperwahrnehmung verantwortlich sind.

Frauen und Menschen mit einer Neigung zu Essstörungen zeigten stärkere emotionale Reaktionen auf illusionäre Veränderungen der Körperfülle und unterschiedliche Reaktionen im Gehirn. Diese verschiedenen Reaktionen entstehen in Hirnarealen, die bereits zuvor mit Anorexia nervosa und einer Anfälligkeit für Essstörungen bei gesunden Menschen assoziiert wurden.

Die Ergebnisse liefern neues Wissen zum Körperselbstbild und Essstörungen und könnten neue Präventions- und Behandlungsstrategien gegen Essstörungen beitragen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Essstörungen, Körperwahrnehmung, psychische Gesundheit, SIZE MATTERS
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