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Das Problem der Mehrdeutigkeit lösen

Ein EU-Team entwickelte eine neue Art und Weise für die ontologische Darstellung von Beziehungen von Wörtern zu mehreren Bedeutungen. Die Forschung identifizierte anwendbar Einträge in einer linguistischen Datenbank und bot Lösungen für sprachliche Probleme in Bezug auf Datenbanksuchen an.
Das Problem der Mehrdeutigkeit lösen
Mehrdeutigkeit bedeutet, dass ein einzelnes Wort oder ein Satz mehrere verwandte Bedeutungen hat. In seinen systematischsten Formen spiegelt dieses sprachliche Phänomen tiefe konzeptionelle Prinzipien wider, nach denen wir unser Wissen über die Welt organisieren. Und auch wenn der Mensch solche konzeptionellen Beziehungen leicht verarbeiten kann, so bereiten sie Systemen, die sprachlich kodierte Informationen verarbeiten, größere Schwierigkeiten.

Das EU-finanzierte Projekt ODASP (Ontology driven analysis of nominal systematic polysemy in WordNet) wollte die Art und Weise verbessern, wie Informationen über die Welt standardmäßig dargestellt und in der Informatik strukturiert werden, nämlich in computerbasierten Ontologien. Der Schwerpunkt des Projekts lag auf Ontologien, die auf sprachlichen Kategorien und Beziehungen aufgebaut sind. Das Konsortium befasste sich mit den Schwierigkeiten bei der Darstellung der konzeptionellen Beziehungen bei systematischer Mehrdeutigkeit in einer großen linguistischen Online-Datenbank der englischen Sprache: WordNet. Insbesondere betrachteten die Forscher das verbundene Problem der Mehrfachvererbung, das eine der Hauptursachen für das "IST EIN-Überlastungsproblem" ist. Die Projektmethoden stützten sich auf philosophische Ontologie und Linguistik.

Das Team identifizierte den Anteil der WordNet-Einträge, die von diesem Problem betroffen sind. Außerdem schlugen die Forscher weitere Lösungen mithilfe einer neuen Art von semantischer Beziehung in WordNet vor: die "Beschaffenheitsbeziehung". Für diese Lösung wird die WordNet-Struktur erweitert, um komplexe Konzepte angemessen darzustellen, indem eine separate linguistische Hierarchie aus einfachen Standard-Konzepten gebildet wird.

Die Arbeit ergab eine formale theoretische Darstellung der obigen Beziehung innerhalb einer High-Level-Ontologie. Die Übertragung auf die umstrukturierte oberste Ebene von WordNet ermöglichte neuartige semantische Schlüsse. Die vorgeschlagene Ontologie überwindet die Grenzen von früheren Vorschlägen für einen Top-down-Ansatz basierend auf einer sorgfältigen Analyse der ontologischen Einschränkungen und Beziehungen, die der systematischen Mehrdeutigkeit zugrunde liegen.

Die Forschung enthüllte das konzeptionelle Kategorisierungsproblem, das dem lexikalischen Phänomen der "inhärenten nominalen Polysemie" zugrunde liegt. Auf diese Weise machte die Arbeit die Relevanz der Ergebnisse des Projekts für Ontologien im Allgemeinen deutlich.

Das Projekt förderte den Wissenstransfer. Auf Universitätsebene umfasste es die Ausbildung eines MSc-Studierenden in einschlägigen Methoden. Auch auf europäischer und internationaler Ebene wurde das Wissen in Form von Forschungskooperationen weitergegeben.

Über das sprachliche Phänomen der Mehrdeutigkeit hinaus können die Kategorisierungsprinzipien von ODASP Anwendung in anderen ontologischen Systemen finden, um ihre Leistung zu verbessern, etwa für biomedizinische Datenbanken.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Mehrdeutigkeit, Analyse, WordNet, Verfassung, Beschaffenheit
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