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FP7

CHINFISI Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 331647
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Westeuropa

Beziehungen zwischen Wirtschafts- und Handelspartnern sind nicht immer leicht zu analysieren, was vor allem für Zeiten wie den Kalten Krieg gilt. Ein EU-finanziertes Projekt hat die Verbindungen zwischen China und den westeuropäischen Ländern untersucht, die während des Kalten Kriegs Teil von zwei verschiedenen Blöcken waren.
Die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen China und Westeuropa
Das Projekt CHINFISI (China's economic relations with western Europe during Cold War (1952-66)) erkundete die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen der Volksrepublik China (VR China) mit den nichtkommunistischen Ländern Europas von 1952 bis 1966. Die Arbeit basiert auf einer früheren Studie der Projektpartner über die Vergesellschaftung der Wirtschaft in China in den 1950er Jahren und einem aktuellen Projekt über die Wirtschaftsbeziehungen mit Italien während der 1950er und 1960er Jahre.

Das Hauptziel umfasste zwei verschiedene Aspekte. Erstens bewertete man die Rolle von Maos China, wobei man die gemeinhin anerkannte Meinung in Frage stellte, dass China von der freien Welt abgeschieden und völlig ablehnend gegenüber jeglicher Interaktion mit dem Kapitalismus war. Zweitens untersuchte man die Einstellungen der westeuropäischen Länder gegenüber China während einer Zeit, in der Maßnahmen ihrer Regierungen durch enge Allianzen mit den Vereinigten Staaten behindert wurden.

Aus der Perspektive der internationalen Geschichte kommt dieser Studie Bedeutung zu, um den Beginn und die Relevanz der ökonomischen Beziehungen zwischen den beiden Parteien sowie auch deren Interaktion mit der Politik zu bestimmen. Sie soll viele Fragen im Zusammenhang mit diesem Thema beantworten. Man erkundete die von Chinas während des Kalten Kriegs dem Kapitalismus gegenüber eingenommene Position bzw. wer aus Westeuropa oder den USA als erster Beziehungen zu China herstellte.

In der Literaturrecherche hob man die in der Welt der Wissenschaft herrschende Erkenntnis hervor, dass eine ökonomische und technische Studie von Relevanz für das Verständnis des Kalten Kriegs ist. Obgleich diese Wahrnehmung in der vorhandenen Literatur noch nicht die volle Aufmerksamkeit erhalten hat, beweisen einige vorläufige Resultate der Studie, dass Westeuropa eine wesentliche Rolle in der Entwicklung Chinas gespielt hat.

Die historische Analyse konzentrierte sich auf Politiker und deren Beziehung zu Regierungsführern. Eine Überprüfung der Rolle nichtstaatlicher Akteure verschafft neue Einblicke in Bezug auf den Einfluss, den der Handel über die Blöcke hinweg politisch und wirtschaftlich auf die europäische Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg ausgeübt hat.

CHINFISI führte eine Analyse von ökonomischen Praktiken auf Mikroebene aus. Diese stützte sich auf Geschäftskorrespondenz, Geheimdienstberichte und Erinnerungen im Zusammenhang mit den Wirtschaftsbeziehungen des Vereinigten Königreichs, Frankreichs, Deutschlands, Hongkongs und Italiens mit dem kommunistischen China. Der Außenhandel des Landes unter Mao wurde sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene mit Hilfe einer Untersuchung zahlreicher Dokumente aus den chinesischen Archiven erforscht.

Die Forschungsarbeit wurde mit einer Reihe von Verbreitungspraktiken und Vernetzung kombiniert, was die Möglichkeit zum Vergleich und zur Diskussion einschließlich etlicher nichtakademischer Kontakte eröffnete. Ein großer Teil des Materials wurde dank direkt beteiligter Wirtschaftsakteure gesammelt, wahrscheinlich um die Haltung von an China interessierten westeuropäischen Unternehmen zu beeinflussen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Handelsbeziehungen, China, Westeuropa, Kalter Krieg, CHINFISI, Wirtschaftsbeziehungen
Datensatznummer: 182836 / Zuletzt geändert am: 2016-05-31
Bereich: Industrielle Technologien