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Der Nachweis von Radio-Transienten

Ein EU-Team verwendete verknüpfte Radioteleskope, um astronomische Phänomene zu untersuchen, die plötzlich sehr hell auftauchen und dann schnell wieder verschwinden. Das Projekt untersuchte starke Jets im Zusammenhang mit Akkretionsscheiben und half dabei, zukünftige Ausrüstung zu entwickeln.
Der Nachweis von Radio-Transienten
Extrem starke - jedoch kurze - astrophysikalische Ereignisse sind bekanntermaßen relativ häufig und eignen sich somit für eine systematische Untersuchung mit Radioteleskopen. Neue Technologien, die viele kleine Antennen zu großen Arrays vereinen, ermöglichen eine ständige Überwachung des gesamten Himmels auf eine sehr detaillierte Art und Weise.

Das EU-geförderte Projekt RADIOTRANSIENTS (Detecting and characterizing radio transients) verwendete neue Teleskop-Arrays, um nach vorübergehenden Phänomenen von Interesse zu suchen und diese zu beobachten. Insbesondere ging es bei der Studie um Jets: starke Energiestrahlen, die von den massereichen Objekten ausgehen, die schnell rotierende Akkretionsscheiben umgebende. Das Konsortium plante, die gleichzeitige Untersuchung der erfassten Phänomene mittels Röntgen- und Gammastrahlen-Monitoren zu koordinieren und einen neuen Monitor in Auftrag zu geben.

Zunächst machten sich die Forscher mit den Algorithmen zur Erfassung transienter Objekte vertraut. Das Team entwickelte ein System zur Klassifizierung von Objekten basierend auf der Zeit, die die Birst-Signale benötigen, aufzuscheinen und zu verschwinden.

Darüber hinaus schuf es ein Gerät, mit dem die denen nachfolgende Multi-Wellenlängen-Untersuchungen der detektierten Objekte durchgeführt werden können. Das Konsortium erhielt eine Finanzierung für MeerLICHT, den optischen Monitor für das internationale MeerKAT-Array. Entwürfe wie etwa für die Datenreduktionssoftware wurden fertiggestellt und Probleme der Datenspeicherung gelöst.

Da Jets einen wichtigen Aspekt des Projekts darstellen, wurden die Forscher zu dem Thema geschult, um die entsprechenden Daten empfangen und interpretieren zu können. Das Team bereitete sich auf die Untersuchung von Jets produzierenden Objekten wie schwarze Löcher, Neutronensterne und Weiße Zwerge vor, und auf die Frage, wie häufig Weiße Zwerge solche Jets produzieren. Der Abschluss dieser Phase hing von der Verfügbarkeit der TunderKat-Daten ab.

Die Ergebnisse weisen auf eine Gruppe von schwachen, kurzlebigen Bursts hin, die in herkömmlichen Proben unterrepräsentiert ist. Eine weitere Entdeckung umfasste überraschend starke Emissionen im mittleren Infrarotbereich in einer Gruppe von Nova-ähnlichen Sternen. Die Daten unterstützen zwei verschiedene Theorien über den wahrscheinlichen Mechanismus. Die Forscher untersuchten auch die Zyklen von Zwergnovae. Diese Phase ergab die räumliche Lokalisierung der Objekte, Beobachtungen über Veränderungen der Röntgen-Leuchtkraft und Vorschläge für eine zukünftige Detektion mit dem geplanten Large Synoptic Survey Telescope. Die Astronomen entdeckten auch zwei neue Röntgen-Transienten mithilfe von archivierten Chandra-Teleskop-Daten.

Die Grundlagenarbeiten von RADIOTRANSIENTS zur Wissenschaft von transienten astronomischen Objekten werden den Forschungsbereich in Zukunft zugutekommen. Die Arbeit ermöglicht eine schnelle Erkennung und Identifizierung von Objekten, die nur sehr kurz am Himmel aufscheinen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Radio-Transienten, astronomisch, Jets, Akkretionsscheiben
Datensatznummer: 182886 / Zuletzt geändert am: 2016-06-07
Bereich: Industrielle Technologien
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