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FP7

WINLOSE Ergebnis in Kürze

Project ID: 327413
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Postkommunismus und die Gewinner-Verlierer-Kluft unter den Wählern

Ein theoretischer, methodischer und empirischer Ansatz diente der Untersuchung des sozialen und politischen Bruchs, der in den ersten beiden Jahrzehnten der postkommunistischen Ära eintrat.
Postkommunismus und die Gewinner-Verlierer-Kluft unter den Wählern
Seit dem Beginn des postkommunistischen Wandels hat die Vorstellung von Gewinnern und Verlierern an Gestalt gewonnen. Man ging davon aus, dass die neuen Ungleichheiten, welche die Übernahme der Marktwirtschaft mit sich brachte, die sozialen Hierarchien stärker in den Vordergrund rücken würden. Im Gegenzug wären diejenigen, die über das Kapital verfügten, um sich auf die neuen Möglichkeiten einzulassen, den Mittellosen gegenüber im Vorteil. Die Prognosen besagten, dass diese Kluft zwischen Gewinnern und Verlierern die Grundlage der politischen Spaltung zwischen den neu entstehenden Parteiensystemen bilden wird.

Das EU-finanzierte Projekt WINLOSE (The Winner-Loser Divide?: A Comparative Analysis of Voting Behaviour and Cleavage Formation in Post-Communist Party Systems) konzentrierte sich auf die Tschechische Republik, Ungarn, Polen und die Slowakei. Man wollte genau herausfinden, ob in den ersten 25 Jahren des Übergangs die Aufspaltung in Gewinner und Verlierer stattgefunden hat, sowie die Gründe dafür ermitteln, ob es geschehen ist oder nicht. Die Kluft wurde gemäß der Rolle der postkommunistischen Wählerschaften sowie politischen Entrepreneure untersucht.

Eine vergleichende Analyse von Angebot und Nachfrage der Wahlpolitik in den vier Ländern wurde unter Einsatz von Umfragedaten über soziodemografische politische Einstellungen und das Wahlverhalten durchgeführt. Auf der Nachfrageseite zeigten die Resultate, dass Gewinner- und Verlierergruppen eher subjektiv als Gewinner und Verlierer und mit verschiedenen ideologischen Positionen zu identifizieren waren, wobei die Unterschiede jedoch gering ausfielen und sich im Lauf der Zeit kaum veränderten. Die ökonomischen und politischen Fragen waren auf der Angebotsseite von höherem Stellenwert. Das Abstimmungsverhalten wurde auch in Hinsicht auf die Auswirkungen der sozialen Struktur und politischen Präferenzen untersucht, obgleich die Einflussnahme ideologischer Werte weniger klar auf der Hand liegt.

Die Resultate belegen, dass es an Konsistenz mangelt, obwohl die Wähler im Allgemeinen auf signifikante Weise in Bezug auf die Gewinner-Verlierer-Kluft aufgeteilt wurden. Das erfolgte aufgrund des Fehlens einer klaren Haltung in Hinsicht auf die ideologische Ausrichtung. Überdies spiegelten sich die unterschiedlichen Raten der Teilung im Wahlverhalten wider.

Ein Wandel der politischen Parteien behindert eine Stabilisierung bezüglich der Wahlbeteiligung. Es sind nun weitere Untersuchungen erforderlich, um etwas über Stimmenthaltungen bzw. das Fernbleiben von Wahlen zu erfahren, und ob das Versagen der Parteien bei der Bereitstellung eines breiten Spektrums ideologischer Optionen die niedrige und demografisch unausgewogene Wahlbeteiligung verursacht.

Die Forschung ist wichtig, um zu einem besseren Verständnis darüber zu gelangen, welche Auswirkungen die europäische Wirtschaftskrise auf die Beschaffenheit der Parteipolitik in der Region hat.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

postkommunistische Ära, politische Spaltung, Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Slowakei, Wahlpolitik, Soziodemografie, Wahlverhalten, Stimmverhalten, Abstimmungsverhalten
Datensatznummer: 182911 / Zuletzt geändert am: 2016-06-15
Bereich: Industrielle Technologien