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ERC

STRANGERS Ergebnis in Kürze

Project ID: 241196
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Italien

Die Ursprünge von Kooperation, Bürgersinn und der Institution des Austauschs von Geld

Im Rahmen einer EU-Studie untersuchte man die Evolution der Kooperation zwischen Fremden. Ein Ansatz verwendete Italien als Fallstudie und erläuterte kooperative Verschiedenheiten zwischen den Bevölkerungsgruppen, während eine andere Untersuchung die Rolle des Gelds bei der Förderung des kooperativen Miteinanders offenlegte.
Die Ursprünge von Kooperation, Bürgersinn und der Institution des Austauschs von Geld
Die Menschen verbrachten den größten Teil ihrer Evolutionsgeschichte mit dem Zusammenleben in kleinen Gruppen, wo das Überleben von Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung abhing. Die natürliche Selektion begünstigte diese Form auf eindeutige Weise, aber es ist schwieriger, die Entwicklung der Kooperation zwischen großen Mengen von Fremden zu verstehen.

Das von der EU geförderte Projekt STRANGERS (Cooperation among strangers: Experiments with social norms, institutions, and money) hat die Rolle kultureller, institutioneller und ökonomischer Faktoren bei der Förderung der Zusammenarbeit untersucht. Eine Vorstoßrichtung der Forschung untersuchte den Ursprung der Unterschiede zwischen den nördlichen und südlichen Regionen Italiens hinsichtlich des Bürgersinns, während der andere Ansatz der Rolle des Gelds im sozialen Austausch nachging.

Traditionelle Erklärungen der italienischen Kluft zwischen Nord und Süd konzentrieren sich auf die lokalen Unterschiede in den Anreizen sowie die Art und Weise, wie einzelne Menschen unterschiedlich auf ähnliche Ergebnisse reagieren. Vielmehr weisen die Projektresultate auf die unbestreitbare Rolle hin, die soziale Normen und Werte gespielt haben. Eine derartige Schlussfolgerung beruht auf der Beobachtung, dass die Leute aus dem Norden kooperativer sind, wenn sie mit den gleichen Möglichkeiten konfrontiert werden. Daher würde der Ausgleich der Struktur der Anreize über die Regionen das Nord-Süd-Gefälle nicht vollständig beseitigen, da eine Hauptquelle die sich langsam verändernden kulturellen Unterschiede sind.

Zudem schließen die Erkenntnisse aus dem STRANGERS-Projekt die Gegensätze in der Fähigkeit zur Kooperation aus, die mit Risikotoleranz, Altruismus, Vertretungen des Sozialkapitals oder "amoralischem Familismus" zu tun haben.

Das Team erweiterte sein Wissen über die Rolle des Gelds bei der Förderung von Kooperation durch das Aufdecken von verhaltensbedingten Gründen für die Existenz von Geld. Freiwillige Kooperation in großen Gesellschaften von Fremden ist aufgrund des häufigen Mangels an Vertrauen eine schwierige Sache. Geld fungiert als ein Ersatz zum Aufbau von Vertrauen, wodurch eine heute stattgefundene Zusammenarbeit zum späteren gegenseitigen Geben hinführt. Sobald sich eine Konvention des Austauschs von Geld etabliert hat, ersetzt sie die Normen des Geschenkaustauschs. Geld verdrängt gleichermaßen einfache Normen der Gegenseitigkeit.

Das STRANGERS-Projekt leistete Hilfestellung bei der Veranschaulichung der Ursprünge des Gelds als eine soziale Institution und Alternative zur freiwilligen Zusammenarbeit. Die Arbeit gab Aufschluss über die umfassenderen Aspekte des Sozialkapitals sowie der Verhinderung organisatorischer Konflikte.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Kooperation, Zusammenarbeit, Geld, Fremde, Vertrauen, soziale Normen, Bürgersinn, Bürgerlichkeit
Datensatznummer: 182957 / Zuletzt geändert am: 2016-07-05
Bereich: Industrielle Technologien