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FP7

MeCeTERMitI Ergebnis in Kürze

Project ID: 299063
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Deutschland

Sphingolipide in der Krebstherapie

Da Krebszellen häufig resistent gegen Chemo- und Strahlentherapien werden, sind neue Interventionen gefragt, um die Rezidivrate zu senken.
Sphingolipide in der Krebstherapie
Wie sich herausstellte, spielen hier Sphingolipid-Moleküle eine wichtige Rolle, da sie die Resistenzbildung in malignen Zellen fördern. Allerdings wirken nur bestimmte Sphingolipide tumorigen - andere wiederum haben einen tumorhemmenden Effekt.

So machte man sich die tumorhemmende Aktivität von Ceramiden zunutze und entwickelte bereits mehrere Präparate auf synthetischer Basis, die jedoch nur begrenzt wirksam sind. Ein alternativer Ansatz, bei dem die Konzentration der Sphingolipide in der Zelle erhöht wird, könnte nun bessere Erfolgschancen bieten.

Neuere Studien deuten auf einen Ceramidsensor hin, der den Ceramid-induzierten Zelltod verhindert. Ist diese Sensorfunktion gestört, akkumulieren sich Ceramide im endoplasmatischen Retikulum (ER) und strömen in die Mitochondrien, wo sie einen mitochondrialen Apoptosesignalweg aktivieren. Welche molekularen Prozesse jedoch den Ceramidfluss regulieren, ist kaum geklärt.

Die wichtigste Aufgabe des EU-finanzierten Projekts MECETERMITI (Mind the gap: mechanism and impact of ceramide trafficking at the ER-mitochondrial interface) war daher, die Prozesse zu klären, mit denen neu synthetisierte Ceramide den Zelltod fördern können. Am photoaktivierbaren reaktiven Ceramidanalog pacCer untersuchten die Forscher, wie der Ceramidtransport zwischen Mitochondrien und ER stattfindet.

Zwei Porine wurden als wichtigste Ceramid-bindende Proteine in Mitochondrien identifiziert. Porine sind offenbar auch an der mitochondrialen Apoptose beteiligt, indem sie die Freisetzung wichtiger Proteine aus dem Zytosol induzieren. Dennoch muss deren Rolle als Downstream-Ceramid-Effektoren bei der mitochondrialen Apoptose noch validiert werden.

Da mehrere Krebsmedikamente den Ceramidsignalweg unterbrechen, um die Zellteilung zu stoppen und den Zelltod einzuleiten, könnten die Ergebnisse von MECETERMITI enorme klinische Bedeutung haben. Eine Erhöhung endogener Ceramidkonzentrationen durch De-novo-Synthese oder Verhinderung des Austritts von Ceramid aus dem ER könnte eine sinnvolle Strategie gegen Krebs sein.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Sphingolipide, Krebs, Ceramid, endoplasmatisches Retikulum, pacCer, Porin
Datensatznummer: 182996 / Zuletzt geändert am: 2016-07-18
Bereich: Biologie, Medizin