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FP7

Cognition in science Ergebnis in Kürze

Project ID: 331432
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Neues Verständnis des wissenschaftlichen Denkens

Die jüngsten Entwicklungen in den Kognitionswissenschaften stellen weitverbreitete Annahmen über die Natur des Geistes und der Kognition in Frage. Eine EU-Initiative hat die Konsequenzen dieser Arbeit für unser Verständnis der wissenschaftlichen Forschung erkundet.
Neues Verständnis des wissenschaftlichen Denkens
Neue Ansätze in Sachen Kognition weisen die Idee zurück, dass Denken entkörperlichte Symbolverarbeitung sei, anstelle die Bedeutung der Interaktion zwischen Gehirn, Körper und Welt hervorzuheben. Der sogenannten erweiterten Kognitionsthese zufolge ist die Verknüpfung zwischen internen Denkprozessen und externe Objekten tatsächlich manchmal so eng, dass externe Objekte Teil des Kognitionsprozesses selbst werden.

Vor diesem Hintergrund sollte das EU-geförderte Projekt COGNITION IN SCIENCE (Science as extended cognition: The role of material culture in scientific reasoning) die Folgen der erweiterten Kognitionsthese für unser Verständnis der materiellen Dimension der wissenschaftlichen Forschung erkunden.

Unter Nutzung der existierenden Literatur über erweiterte Kognition in der Philosophie des Geistes und der Kognitionswissenschaft entwickelten die Projektpartner mehrere innovative theoretische Konzepte zur Untersuchung der Funktion der materiellen Kultur in der Wissenschaft. Zum Beispiel hatte das Projekt eine neue Analyse des Einsatzes von Instrumenten in der Wissenschaft zu bieten, indem man auf das Konzept der erweiterten Wahrnehmung zurückgriff. Man stellte überdies unter Beweis, dass sich das wissenschaftliche Verständnis über das Gehirn hinaus auf externe Einrichtungen wie etwa Formeln, Graphen und Diagramme erstrecken kann. Diese neuartigen theoretischen Auffassungen führten zu einem besseren Verständnis der wissenschaftlichen Forschung hin, das die entscheidende Rolle der materiellen Kultur bei der Realisierung der kognitiven Prozesse und mentalen Zustände der Wissenschaftler offenlegt.

Das Team von COGNITION IN SCIENCE führte zudem die weitreichenden Auswirkungen der erweiterten Kognition für ein Spektrum von Fragen in der Philosophie der Wissenschaften vor Augen. Beispielsweise stellt die Idee, dass der Einsatz von wissenschaftlichen Instrumenten die erweiterte Wahrnehmung umfasst, die herrschenden Ansichten über die Rolle von Instrumenten bei der Erschaffung des wissenschaftlichen Erkenntnisstands in Frage, während die Projektanalyse des erweiterten Verständnisses ein neues Bild der Beschaffenheit des wissenschaftlichen Verständnisses und von dessen Beziehung zur Erklärung in der Wissenschaft nahelegt.

Für die Verbreitung der Projektergebnisse an die Öffentlichkeit sorgten Besuche an Schulen, eine öffentliche Ausstellung und ein Workshop. Die Resultate schärften das Bewusstsein für eine neue Art des Denkens über das Wesen der wissenschaftlichen Forschung.

Mit der Überprüfung der Einflussnahme der erweiterten Kognition im Sinne des Verständnisses der wissenschaftlichen Argumentation wird COGNITION IN SCIENCE einen Beitrag zur intellektuellen, kulturellen und alltäglichen Aussagefähigkeit der Wissenschaft in der modernen europäischen Gesellschaft leisten.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Kognitionswissenschaft, wissenschaftliche Argumentation, wissenschaftliche Überlegungen, wissenschaftliche Beweisführung, wissenschaftliches Denken, erweiterte Wahrnehmung, COGNITION IN SCIENCE
Datensatznummer: 183030 / Zuletzt geändert am: 2016-07-19
Bereich: Industrielle Technologien