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TEXTILE — Ergebnis in Kürze

Project ID: 240842
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Schweiz

Die Bedeutung der Textilie in Kunst und Architektur

Ein EU-Forschungsteam hat den Diskurs zum Thema Textilien innerhalb eines aufstrebenden und herausfordernden Forschungssektors erkundet. Dieser Untersuchungsbereich befindet sich zwischen Kunst- und Architekturgeschichte sowie innerhalb von Kulturgeschichte und visuellen Studien.
Die Bedeutung der Textilie in Kunst und Architektur
Während die Textilherstellung eine der ältesten Kulturtechniken überhaupt ist, nehmen Textilien einen immer wichtigeren Platz in der Massenkultur ein. Beweis dafür ist das im letzten Jahrzehnt zu verzeichnende ausgeprägte öffentliche, künstlerische und wissenschaftliche Interesse an Textilien als Medium, Material, Technik und Metapher in Bezug auf die Künste und die Kunstgeschichte.

Das Projekt TEXTILE (An iconology of the textile in art and architecture) untersuchte historische Bedeutungen und Funktionen des Mediums Textil in Kunst und Architektur. Auf der Grundlage von transdisziplinären Expertenwissen aus der Kunst der Gegenwart zielte die Projektarbeit gleichermaßen auf eine Verknüpfung der beiden Wissenschaftskulturen von Universitäten und Museen ab.

Bei der Beschäftigung mit diesem vielschichtigen Material und den symbolischen Bedeutungen des textilen Mediums konzentrierte sich die Arbeit auf den Zeitraum vom Mittelalter bis in die Gegenwart. In der Forschung wandte man verschiedene instrumentelle Methoden, angefangen bei Genderforschung über Textanalyse und Ikonografie bis hin zu anthropologischen Ansätzen, an.

Die angezielten und miteinander verknüpften Themenbereiche von TEXTILE nutzten gemeinsame Kategorien von Objekten wie etwa figurative Wandteppiche, Installationskunst, literarische Texte und architektonische Materialien. Damit in Beziehung stehende Kernkonzepte, die für dieses künstlerische Material spezifisch sind, umfassten Gewebe, Transparenz, Opazität, Kleidung, Leinwand, Netze, Ornament und Haut.

Das Team vertiefte sich in die Universalität von textilen Themen und Techniken im Zusammenhang mit Gemälden, Skulpturen, Installationen und Videos. Die Palette der Forschungsthemen hat den traditionellen Rahmen der Untersuchung über dieses vielschichtige Medium angereichert, das weitgehend als kulturelles Phänomen im Handwerksbereich behandelt wurde.

Als Alltagsgegenstände bieten sich Textilien einem Publikum über alle Kulturen und sozialen Schichten hinweg an. TEXTILE konnte somit die heutigen wissenschaftlichen und kulturellen Belange sowie Debatten mit einer größeren Anzahl von Menschen teilen, die an materieller Kultur sowie angewandter und bildender Kunst interessiert sind. Projektarbeit und Erkenntnisse haben gleichermaßen Designer und Architekten erreicht.

Das Forscherteam schrieb und veröffentlichte mehrere Monographien und Dissertationen sowie zahlreiche Artikel. Die organisierten Konferenzen, Workshops, Fachtagungen, Exkursionen, Forschungsaufenthalte und Gastvorträge leisteten Hilfestellung beim Aufbau mehrerer Netzwerke und Austauschplattformen. Resultate wie diese werden die Anstrengungen zur Stärkung des wissenschaftlichen Dialogs und der sozialen Kompetenzen innerhalb der interdisziplinären Forschungsgemeinschaft unterstützen.

Insgesamt verzeichnete das Projekt Fortschritte in Richtung auf die Herausbildung der Geschichte der Textilkunst als akademische Disziplin sowie dabei, die Kunst- und Architekturgeschichte zu einer allgemeinen Geschichte der Bilder, Medien und Artefakte zu entwickeln.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Gewebe, Textilie, Kunst, Architektur, Architekturgeschichte, Kultur, kulturell
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