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ERC

production of work Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 200918
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Österreich

Untersuchung über die Weiterentwicklung des Konzepts der Arbeit

Arbeit ist seit dem Ende des 19. Jahrhunderts schrittweise eine Frage der Staatspolitik geworden, die sie reguliert und in die Arbeitsbeziehungen eingreift. Das hat überdies zur Normierung der neuen sozialen Fakten wie beispielsweise Arbeit, Arbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit beigetragen.
Untersuchung über die Weiterentwicklung des Konzepts der Arbeit
PRODUCTION OF WORK (The production of work. Welfare, labour-market and the disputed boundaries of labour (1880-1938)) untersuchte die Praktiken der Erstellung von Arbeitskonsens und -konflikt anhand der Fälle von Deutschland und Österreich. Die Forscher befassten sich mit den unterschiedlichen involvierten Praktiken und deren Beziehungen untereinander, und berücksichtigten jene, die machtlos und dominiert erschienen. Dazu zählten verschiedene Formen der Verwaltung und Staatspolitik, kollektive Repräsentationen sowie wissenschaftliche und individuelle Darstellungen in verschiedenen autobiografischen Dokumenten.

Ein Teil der Forschung konzentrierte sich auf Arbeitsmarktverwaltung und -vermittlung sowie die verschiedenen Möglichkeiten, wie die Menschen von ihnen Gebrauch machten. Die Forscher untersuchten außerdem die Verbindung zwischen Verwaltungspraktiken und wissenschaftliche Darstellungen des Arbeitsmarkts und der Arbeitsbevölkerung.

Das Projekt beinhaltete Aktivitäten, die sich von beruflicher Beschäftigung bis hin zu mehrdeutigen oder traditionelleren Formen des Lebensunterhalts, Selbständigkeit und höchst umstrittener oder illegitimer Arbeit erstrecken. Diese Praktiken wurden systematisch zusammengestellt und mit Verfahren der geometrischen Datenanalyse verglichen.

Man griff auf eine Vielzahl von Quellen im Zusammenhang mit Begriffen wie Arbeit, Beruf, Beschäftigung, Verdienst, Lebensunterhalt, Brot sowie mit den Einkünften über die Runden kommen zurück. Die vielfältigen Variationen in der Sprache sind nicht völlig willkürlich, da die verschiedenen Lebensgrundlagen nicht unter einem Begriff von Arbeit zusammengefasst werden können.

Die Projektresultate zeigen, dass berufliche Beschäftigung die bedeutendste und vorherrschende Referenz war. Sie erforderte oder versprach Eignung und Neigung, Ausbildung, eine Karriere, soziale Sicherheit, Freude und Erfüllung sowie eine bestimmte Position in der Gesellschaft. Sie blieb jedoch ein außerordentlicher Bezugspunkt.

Durch die Forschung distanzierte man sich von dem Begriff der Kernarbeit/geringfügigen Beschäftigung. Der Kampf gegen illegitime Formen von Beschäftigung war kein Anachronismus, sondern bildete eher die Kehrseite der Medaille eines neu entstehenden Wohlfahrtsstaats, wobei sich neue soziale Rechte auf neue Formen von Arbeit beziehen.

Die Analyse hat ergeben, dass Kategorien wie Arbeitslosigkeit oder Arbeitsmarkt aus wissenschaftlichen oder administrativen Gründen und überdies in den Verhaltensweisen der Menschen, die ihren Lebensunterhalt organisieren, praxisnah geworden sind. Die vielen Wege, wie Menschen Bezug auf Arbeit, soziales Recht und den Staat nehmen könnten, wurden durchdacht, indem man zustimmte, sich fügte, beharrte, zweifelte oder vermied.

Die Projektergebnisse zeigen, dass es unzureichend ist, anzunehmen, dass das Konzept der Arbeit im 20. Jahrhundert beschränkter wurde. Obgleich es klarer definiert und reguliert worden ist, umfasst seine Definition ein breiteres Spektrum an Aktivitäten. Diese Aktivitäten wurden verglichen, abgeändert, normalisierter Arbeit gegenübergestellt oder blieben einfach ambivalent. Das Projekt hat gleichermaßen zum Verständnis dieses Prozesses beigetragen, indem neue Verschiedenheiten und Hierarchien etabliert wurden.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Arbeit, Arbeitsmarkt, PRODUCTION OF WORK, Wohlergehen, Sozialfürsorge Beschäftigung, Lebensunterhalt, Lebensgrundlagen
Datensatznummer: 183047 / Zuletzt geändert am: 2016-07-19
Bereich: Industrielle Technologien