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FP7

CYANOMIC Ergebnis in Kürze

Project ID: 301244
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Frankreich

Entgiftung von Wasser

Cyanobakterien produzieren Toxine, die für Mensch und Umwelt gefährlich werden können. Die Funktionsweise dieser Toxine ist allerdings kaum bekannt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern forschte nun an Sanierungsmaßnahmen für die Umwelt.
Entgiftung von Wasser
Cyanobakterien erzeugen diverse Substanzen, die für den Menschen giftig sein können, einige dieser Metaboliten sind aber für die Biotechnologie und biomedizinische Industrie interessant.

Die Wissenschaftler vermuten, dass diese Sekundärmetaboliten keinen Einfluss auf die Vermehrung der Cyanobakterien haben, ihnen aber dennoch einen evolutionären Vorteil verschaffen. Eine weitere These war, dass sie die Zusammensetzung mikrobieller Gemeinschaften verändern, indem sie mit anderen Arten interagieren.

Das EU-finanzierte Forschungsprojekt CYANOMIC (Secondary metabolites of Microcystis aeruginosa (cyanobacteria): Study of their production and role by a metabolomic approach) untersuchte die Cyanobakterien Microcystis aeruginosa, die das Toxin Microcystin erzeugen. Da M. aeruginosa häufig und weltweit Süßwasserökosysteme verseucht, eignete sich der Modellorganismus für die vorliegende Studie.

CYANOMIC untersuchte, wie andere Arten die von M. aeruginosa produzierten Sekundärstoffe beeinflussen. Anhand der Daten soll dann ein Modell entwickelt werden, um die Toxizität einer Microcystis-Blüte zu prognostizieren.

Zunächst vermehrten die Forscher verschiedene M. aeruginosa-Stämme in gleicher Umgebung und beobachteten den Effekt auf die Sekundärstoffproduktion. Dann testeten sie, wie dies durch andere Bakterienarten beeinflusst wird, wie Sekundärmetaboliten die mikrobielle Zusammensetzung beeinflussen und wie diese Spezies schließlich mit M. aeruginosa interagieren.

CYANOMIC fand heraus, dass sich bei zwei M. aeruginosa-Stämmen in ein- und derselben Umgebung die Produktion des Sekundärmetaboliten Microcystin erhöht und dass sich einige Bakterienarten von diesem toxischen Microcystin ernähren. Dies wiederum verschafft M. aeruginosa Überlebensvorteile durch vorteilhafte Interaktionen.

Die Ergebnisse der Studie liefern neue Erkenntnisse zu Bakterien, die toxische Sekundärmetaboliten abbauen. Diese können dann in Kläranlagen zum Einsatz kommen, um Sekundärmetaboliten von Cyanobakterien zu entfernen und die Sicherheit von Trinkwasser zu verbessern.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Toxine, Cyanobakterien, Sekundärmetabolite, CYANOMIC, Microcystis aeruginosa
Datensatznummer: 183059 / Zuletzt geändert am: 2016-07-26
Bereich: Biologie, Medizin