Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

FP7

APPLAUD Ergebnis in Kürze

Project ID: 327673
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Frankreich

Studie über die Entwicklung von Prüfungsfunktionen in der Europäischen Union

Ein EU-finanziertes Projekt hat die Institutionalisierung der Prüfung auf EU-Ebene und die Weiterentwicklung von Aufgaben und Praxis des Europäischen Rechnungshofes (EuRH) analysiert.
Studie über die Entwicklung von Prüfungsfunktionen in der Europäischen Union
Das Projekt APPLAUD (Accountability and public policy audit in the European Union) untersuchte die Anfänge der finanziellen Rechenschaftspflicht im EU-Haushalt im Kontext des Rechnungsausschusses (1959-1977). Es erforschte zudem die weitere Institutionalisierung der Prüfungsfunktion im Rahmen des EuRH (1977-2013).

Die Arbeit umfasste eine Analyse der historischen Archive des Rechnungshofes und der EU, wie etwa der Jahresberichte des Rechnungsausschusses und des EU-Haushalts sowie interner Dokumente. Des Weiteren wurde eine Reihe von Experteninterviews mit EU-Beamten durchgeführt.

APPLAUD kam zu dem Schluss, dass die Prüfungspraxis in der EU aus einem Mix verschiedener nationaler Ansätze in Hinsicht auf Kultur, Philosophie und disziplinäre Ansätze an eine externe Finanzkontrolle hervorgegangen ist. Die Institutionalisierung der Prüfungsansätze befindet sich auch nach 60 Jahren Prüfungsgovernance immer noch in Arbeit.

Bedeutung und Einfluss des EuRH haben sich lediglich in den letzten zehn Jahren weiterentwickelt, da man versucht, die Einflussnahme seiner Arbeit zu maximieren und die finanzielle Rechenschaftspflicht zu verbessern. Interne Reformen im EuRH werden gestatten, schneller und mit erhöhter Flexibilität zu arbeiten, Zeit geben, die Erkenntnisse zu veröffentlichen, während man sich Themen mit erhöhtem Risiko annimmt. Neue Instrumente der finanziellen und wirtschaftlichen Governance werfen wichtige Fragen in Bezug auf die finanzielle Rechenschaftspflicht sowie die zukünftige Rolle und Aufgabe des EuRH auf.

Insgesamt wurden zehn Workshops in verschiedenen Ländern und Instituten für europäische politische Studien durchgeführt. Die Bemühungen mündeten überdies in vier Forschungsartikeln in internationalen, von Experten begutachteten Arbeiten, von denen zwei in hochrangigen Fachjournalen auf dem Gebiet des Rechts und der öffentlichen Verwaltung veröffentlicht wurden. Ein Artikel schlug ein neues Rahmenwerk zur Analyse früherer institutioneller Prozesse für die Forschung in Archiven vor.

Es wurden sechs Vorträge über finanzielle Rechenschaftspflicht, Prüfung und Evaluierung für Masterstudierende der europäischen Politik und Verwaltung gehalten. Überdies wurde das EUFINACCO-Forschungsnetzwerk aufgebaut, das 20 Mitglieder aus neun EU-Mitgliedstaaten und zwei Nicht-EU-Staaten anlockte. Dem Netzwerk wurden 5 000 EUR zur Organisation von Workshops gewährt, nachdem ihm der Status eines Verbundforschungsnetzwerks (Collaborative Research Network, CRN) verliehen wurde.

Die Untersuchung und ihre Ergebnisse werden Einfluss auf die zukünftige akademische Forschung über die wünschenswertesten Rechenschaftsmechanismen in der EU ausüben und Diskussionspunkte zur Reformierung des EuRH liefern. Die Resultate der Forschung werden den EU-Praktikern mitgeteilt werden und in den Klassenzimmern zum Einsatz kommen, um zukünftige Forscherinnen und Forscher für das Thema einzunehmen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Prüfungsfunktionen, Institutionalisierung, Europäischer Rechnungshof, Verantwortlichkeit, Rechenschaftspflicht, öffentliche Politik
Datensatznummer: 183094 / Zuletzt geändert am: 2016-07-26
Bereich: Industrielle Technologien