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CAJS — Ergebnis in Kürze

Project ID: 210948
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Niederlande

Jüdische Schriften und deren Einfluss auf die frühchristliche religiöse Identität

Verschiedene frühchristliche Gruppen haben sich die jüdischen Schriften zu eigen gemacht, aber das war nicht immer der Fall. Eine EU-Initiative erkundete den langen Prozess der Übernahme und auf welche Weise dieser auch noch bis zum heutigen Tage die christliche Identität beeinflusst.
Jüdische Schriften und deren Einfluss auf die frühchristliche religiöse Identität
Frühe christliche Interpreten der Bibel haben mit Sorgfalt das Ausmaß bedacht, in dem die jüdischen Schriften und insbesondere das Alte Testament in christliche Werke etwa das Neue Testament aufgenommen werden sollten. Sie berücksichtigten gleichermaßen, auf welche Weise das ihren eigenen religiösen und gemeindlichen Identitäten beeinflussen würde. Diesem allgemeinen Geist der Annahme standen die wichtigsten einflussreichen Gruppierungen gegenüber, deren Ziel es war, jegliche jüdischen Belege aus christlichen Werken zu tilgen.

In diesem Zusammenhang untersuchte das EU-finanzierte Projekt CAJS (The Christian appropriation of the Jewish scriptures: Allegory, Pauline Exegesis, and the negotiation of religious identities), auf welche Weise die Aneignung dazu beitrug, verschiedene christliche Identitäten innerhalb der multikulturellen Gesellschaft des späten römischen Prinzipats und der frühen byzantinischen Herrschaft zu prägen.

Die Projektpartner erforschten zwei gegensätzliche Denkschulen: den sogenannten alexandrinischen Ansatz, der Christus im Alten Testament anerkennt, und die antiochenische Schule, die im Gegensatz dazu steht. Führende christliche Denker erschufen in dieser Zeit Abhandlungen darüber, wie die jüdischen Schriften korrekt zu interpretieren und zu behandeln sind. Moderne Gelehrte dieses Gebiets stellen die Unterschiede der beiden Schulen in Frage und lassen die dazugehörigen Traktate außer Acht, was darauf hindeutet, dass die Unterscheidung eine von Historikern des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts erfundene Idee war. Das CAJS-Team wies nach, dass der Unterschied in Wirklichkeit ein Konstrukt war, das sich auf das 4. Jahrhundert zurückdatieren lässt.

Die Forscher brachten einige wichtige Erkenntnisse zutage. Alle großen christlichen Denker haben die Bibel interpretiert, was zu jener Zeit eine sehr bedeutende literarische und rhetorische Tätigkeit darstellte. Diese biblische Interpretation widerspiegelte mehrere wesentliche Aktivitäten und Interessen, die christliche Intellektuelle mit den heidnischen Philosophen teilten, und zwar die platonische Philosophie für die alexandrinische und aristotelische Lehre der Antiochener sowie Astronomie, Astrologie, Magie und Okkultismus.

CAJS hat die von führenden modernen Gelehrten dargelegten Argumente in Hinsicht auf die Bibelauslegung erneut aufgegriffen und sie entkräftet. Auf diese Weise sollte der moderne jüdisch-christliche theologische und philosophische Diskurs positiv beeinflusst werden.

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Schlüsselwörter

jüdische Schriften, Christin, Christ, christlich, religiöse Identität, Bibel, CAJS
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