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Die besonderen Fähigkeiten des Kampfläufermännchens

Der Kampfläufer ist ein Stelzvogel und berühmt für die Tatsache, dass es während der Brutzeit drei verschiedene männliche Morphs oder Formen gibt. Eine EU-Forschung hat sich mit der Genetik hinter den verschiedenen Fortpflanzungsstrategien befasst.  
Die besonderen Fähigkeiten des Kampfläufermännchens
Der Sexualdimorphismus beim Kampfläufer betrifft nicht nur das Aussehen. Es gibt drei verschiedene männliche Phänotypen, die sich in Morphologie, Gefieder und Verhalten unterscheiden. Das wichtigste männliche Morph, das vor mehr als einem Jahrhundert Darwins Interesse geweckt hatte, ist das unabhängige territoriale Morph, andere bilden Allianzen mit diesen territorialen Vögeln, um eine Partnerin zu finden. Schließlich gibt es Männchen, die den Weibchen ähneln und sich im Geheimen paaren.

Obwohl dazu bereits vorher geforscht wurde, erstellte das Projekt RUFF GENOMICS (Genomics of reproductive strategies in ruffs) eine Genomkarte, um die minderwertige bisher verfügbare Sequenzierung zu ersetzen. Mithilfe eines Sequenzierungsystems mit extrem hohem Durchsatz sowie RNA-Proben für die Gen-Annotation wurden hochwertige Genomkarten hergestellt.

Gefangene und wilde Kampfläufer wurden dann für eine genomweite Assoziationsstudie kartiert und etwa 300 Vögel wurden zur Abbildung der Verknüpfungen verwendet. Beide Mapping-Ansätze weisen auf eine einzige genetischen Region hin, die für diese männliche Variation verantwortlich ist.

Interessanterweise ist Vögeln mit den drei alternativen männlichen Paarungsstrategien eine Inversion gemeinsam, bei der ein ganzes Stück vom Chromosom abbricht und sich dreht, sodass die Gensequenz umgekehrt wird. Die ganze Inversion umfasst etwa 100 Gene, und etwa 80% unterscheiden sich zwischen den Morphs. Die Inversion umfasst mehrere Gene im Zusammenhang mit der Steroidsynthese, die die Verhaltensunterschiede, die sich auf Aggression und Aussehen auswirken, erklären könnten.

Das Projekt RUFF GENOMICS hat gezeigt, wie innovative genomische Technologien verwendet werden können, um die Genomik hinter komplexen Verhaltensphänotypen bei jedem nicht-Modellorganismus zu untersuchen. Die Wissensbasis zu kritischen Bereichen des Genoms kann weiter ausgebaut werden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Kampfläufer, Morphs, Fortpflanzungsstrategien, Kartierung, Inversion 
Datensatznummer: 183178 / Zuletzt geändert am: 2016-08-16
Bereich: Biologie, Medizin
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