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ERC

SOMACCA Ergebnis in Kürze

Project ID: 230604
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Österreich

Vergleich zwischen menschlichen und tierischen Kommunikationsmustern

Die menschliche Sprache ist im Vergleich zur Kommunikation unter Tieren durch ihre beispiellose Komplexität, Flexibilität und Spezifität gekennzeichnet. Zwischen beiden gibt es jedoch Ähnlichkeiten, angefangen bei einfachen Aspekten bis hin zu komplexen kognitiven Fähigkeiten. Ein von der EU finanziertes Projekt wollte herausfinden, welche Sprachmechanismen wir mit anderen Tieren gemein haben und welche nicht.
Vergleich zwischen menschlichen und tierischen Kommunikationsmustern
Das Propjekt SOMACCA (The syntax of the mind: a comparative computational approach) führte einen rigorosen Vergleich zwischen Menschen und Tieren anhand einer breiten Palette kognitiver Aufgaben durch. Für die Projektzwecke wurden neue und innovative Verfahren entwickelt, um die Lautäußerung bei Tieren und gleichermaßen Menschen ohne den Einsatz von Sprache gründlich zu untersuchen.

Die Forscher konzentrierten sich auf komplexe Musterwahrnehmungsbereiche, in denen sich die Menschen am stärksten von den Tieren unterscheiden, aber auch einfachere, das Hören betreffende und stimmliche Fähigkeiten. Sie wendeten formale Sprachtheorie an, um ein rigoroses theoretisches Rahmenwerk zu konstruieren sowie das Lernen künstlicher Grammatik als einen empirischen Schlüsselansatz zu nutzen. Neben Menschen untersuchte das Projekt visuelle und akustische Muster von Schimpansen, Affen, Papageien, Tauben und Raben, was einen Beitrag zur vergleichenden Dimension der Studie darstellte.

Das Projekt verglich überdies die Erkennung innerhalb der menschlichen Spezies in den verschiedenen Bereichen Sprache, Musik und visuelle Muster, die üblicherweise als elementar verschieden betrachtet wird. Die Projektpartner fanden eine grundlegende Ähnlichkeit einschließlich eines domänenübergreifenden Mechanismus zum Lernen und Anwenden abstrakter hierarchischer Regeln, die auf ähnliche Weise auf Musik, Sprache und Kunst anwendbar sind.

Sie überprüften die Hypothese anhand des Vergleichs des menschlichen Lernens auditiver und visueller Muster, und ihnen gelang zu zeigen, dass Menschen über eine abstrakte Fähigkeit verfügen, grammatische und rekursive Strukturen im visuellen Bereich zu erkennen und zu erzeugen.

Die Projektergebnisse stützen die Hypothese, dass Menschen eine ungewöhnliche modusübergreifende Fähigkeit zur Verarbeitung abstrakter Muster bei hierarchischen Begriffen (ähnlich wie Baumstrukturen) unabhängig von Domäne oder Sinnesmodalität besitzen. Die Forscher testeten außerdem die Hypothese, dass sich Menschen einer allgemeinen Befähigung und Neigung zur hierarchischen Erkenntnis erfreuen, was sich über verschiedene sensorische und kulturelle Bereiche erstreckt. An den Resultaten lässt sich eine allgemeine Tendenz für bestimmte Typen der Ordnung und Komplexität beim Menschen ablesen.

Überdies ergab die Tierforschung des Projekts, dass sogar einfache relationale oder hierarchische Aufgaben für die Tiere eine echte Herausforderung darstellen, was auch für Arten mit großen Gehirn gilt. Einfachere sequenzielle Muster werden jedoch von mehreren Vogelarten und nichtmenschlichen Primaten verwendet.

Die Auswirkungen des Projekts umfassen die Entwicklung verschiedener neuer und innovativer Paradigmen für kognitives Testen. Darüber hinaus entwickelte SOMACCA eine quelloffene physikalische und Software-Infrastruktur zum Gestalten und Erproben kognitiver Experimente mit Menschen und Tieren. Die Projektresultate wurden auf zwei internationalen wissenschaftlichen Tagungen vorgestellt.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Medicine and Health

Schlüsselwörter

Mensch, Tier, Kommunikationsmuster, Sprache, SOMACCA
Datensatznummer: 183233 / Zuletzt geändert am: 2016-08-18
Bereich: Industrielle Technologien