Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der Gemeinschaft - CORDIS

Zeinbasierte Träger für bioaktive Verbindungen

Menschen in entwickelten Ländern und Entwicklungsländern weisen gleichermaßen aufgrund einer geringen Aufnahme von Eisen und Pflanzenpolyphenolen gesundheitliche Probleme auf. Ein großes Problem ist die hohe Reaktivität dieser Verbindungen mit anderen Lebensmitteln, was deren Bioverfügbarkeit und Aktivität einschränkt.
Zeinbasierte Träger für bioaktive Verbindungen
EU-finanzierte Forscher arbeiteten an der Entwicklung eines nanoskaligen Übertragungssystems zur Bereitstellung nutritiver bioaktiver Verbindungen und zur Gewährleistung einer maximalen Biozugänglichkeit.

Bei Zein handelt es sich um ein Prolaminprotein, das in Mais vorkommt, das wasserunlöslich ist und das komplexe Nanostrukturen bilden kann, um unterschiedliche Arten von Verbindungen einzukapseln. Im Zuge des Projekts INBODY (Composite nanoscale delivery systems for optimal in body and in product behavior) arbeiteten Forscher an der Entwicklung effizienter zeinbasierter, komplexer, kolloidaler Übertragungssysteme. Das Ziel bestand darin, den Schutz des Produkts sicherzustellen und gleichzeitig die Verdauungsrate sowie die Biozugänglichkeit der Payload zu verbessern. Die Payload stellten in diesem Fall Eisen und Polyphenole wie z. B. Curcumin dar.

Die INBODY-Forscher machten wesentliche Fortschritte bei der Erforschung zeinbasierter Teilchen als Träger für unterschiedliche Arten von Payloads. Es wurde an der Entnahme, Einkapselung und Übertragung löslicher Formen von Eisen und wasserunlöslicher Polyphenole wie Epigallokatechingallat (epigallocatechin gallate, EGCG) gearbeitet. Im Fokus stand zudem die Optimierung der Produktion von Zeinteilchen, die Teilchenstabilität und die Einkapselungseffizienz über Tests an fünf unterschiedlichen bioaktiven Phenolverbindungen.

Der Versuch der Projektmitglieder, EGCG mit Zeinteilchen einzukapseln, war teilweise erfolgreich. Die Verwendung von Natriumcaseinat verbesserte die Einkapselungseffizienz, da die Zeinkomplexe strukturierte Kern-Schale-Teilchen bildeten. Das EGCG befand sich überwiegend auf der äußeren Teilchenschicht. Hierdurch wurde die Biozugänglichkeit und Aktivität verbessert. Ein zentraler Vorteil dieses zeinbasierten Übertragungssystems für EGCG ist, dass sich dieses als gute Ergänzung zur Modulation der Fettverdauungsrate erweisen könnte.

Forscher entwickelten unter Verwendung von Zein und einer Ethylcellulose ebenfalls Kompositkolloide. Dies ermöglichte eine effizientere Einkapselung von Curcuminpolyphenolen und Eisen.

Die Projektaktivitäten haben unser Wissen hinsichtlich der Assemblierung zeinbasierter Teilchensysteme und der optimalen Bedingungen für eine Payload-Übertragung wesentlich vorangebracht. Dies soll letztlich bei einer Verbesserung der Nahrungsmittelfunktionalisierung und -anreicherung behilflich sein und das Auftreten von Nährstoffmängeln in der Bevölkerung reduzieren.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Zein, bioaktiv, Eisen, Polyphenol, Nanoskala, Übertragungssystem, Curcumin, EGCG
Folgen Sie uns auf: RSS Facebook Twitter YouTube Verwaltet vom Amt für Veröffentlichungen der EU Nach oben