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KOHEPOCU — Ergebnis in Kürze

Project ID: 229703
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Spanien

Wissen, Religion und Politik im muslimischen Spanien näher betrachtet

Ein tieferes Verständnis des islamischen Westens im Mittelalter rückt einen wichtigen Teil der Geschichte Südwesteuropas in den Fokus und ist dabei behilflich, einen Dialog zwischen dem Osten und dem Westen zu einer Vielzahl von Themen zu fördern.
Wissen, Religion und Politik im muslimischen Spanien näher betrachtet
Die Region Al-Andalus, in der ehemals das muslimische Spanien und Portugal lagen, erlebte während des Mittelalters einen kulturellen und akademischen Aufschwung. Die Region wurde zu einem Hort des Wissens und zeigte effektive Regierungsstrategien. Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts KOHEPOCU (Knowledge, heresy and political culture in the Islamic West. Eighth-fifteenth centuries) wurde das intellektuelle Schaffen des islamischen Westens zwischen dem 8. und 15. Jahrhundert hervorgehoben.

Im Zuge des Projekts wurde untersucht, wie das Wissen Einfluss auf gesellschaftliche und politische Prozesse wie z. B. Einschlüsse und Ausschlüsse nahm, wie dadurch eine politische Kultur entstand und wie dieses zur Legitimation der Herrschenden diente. Es wurde das Verhältnis zwischen zwei miteinander verflochtenen kulturellen Realitäten analysiert, dem Almohaden-Kalifat (12. bis 13. Jahrhundert) und der Herrschaft von Alfons X. von Kastilien, der zwischen 1252 und 1284 regierte. Die Ergebnisse wurden auf zahlreichen Konferenzen, Seminaren und Aktivitäten sowie über die Projektwebseite präsentiert und nahmen Bezug auf Aspekte wie Wissen, Ketzerei und politische Kultur.

Ferner arbeitete das Projektteam heraus, welche Bücher während dieser Periode vor dem Aufstieg des Osmanischen Reichs in Al-Andalus und in Nordafrika zirkulierten. Die Informationen wurden online verfügbar gemacht, um eine einfachere Analyse der Geistesgeschichte dieser Periode zu ermöglichen, die eine weiter gefasste, globale islamische Perspektive im Verhältnis zum lateinischen Christentum einnimmt.

Das Team fokussierte sich darauf, wie über die Bücher Wissen zu den islamischen Wissenschaften verbreitet wurde, wie diese das Leben regelten oder ob diese eher geistlicher Natur waren. Theologen, Mystiker und Geistliche nutzten diese Bücher zur Verwaltung des Wissens und für politische Manöver.

Eine Publikation, die den Titel „Knowledge, heresy and politics in the Islamic West (eighth-fifteenth centuries)“ (z. Dt.: Wissen, Ketzerei und Politik im islamischen Westen (achtes bis fünfzehntes Jahrhundert)) trägt, ging aus dem Projekt hervor. In dieser werden die Beziehungen zwischen Herrschern, Intellektuellen und Volk beschrieben. Im Fokus der Monographie standen ebenfalls soziale Praktiken im Zusammenhang mit dem Wissen sowie Themen wie religiöse Auseinandersetzungen, religiöse Autorität und politische Legitimität.

Die Projektarbeit warf ein neues Licht auf die Dynamik von Politik, Leben, Wissenschaft und Religion während dieser turbulenten, aber dennoch äußerst schaffensreichen Ära. Das Projekt ist Forschern dabei behilflich, einen wichtigen Teil der iberischen Geschichte zu verstehen, wobei die Unterschiede aber auch die Gemeinsamkeiten zwischen der östlichen und westlichen Zivilisation verdeutlicht werden. Letztlich könnte sich eine Untersuchung der komplexen, fortschrittlichen Gesellschaft von Al-Andalus in der heutigen belasteten Dynamik zwischen Osten und Westen als nützlich erweisen, um Brücken zu bauen und um die Toleranz zwischen unterschiedlichen religiösen und politischen Ideologien zu stärken.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Religion, muslimisches Spanien, islamischer Westen, Al-Andalus, KOHEPOCU, politische Kultur
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