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ERC

TWES Ergebnis in Kürze

Projektreferenz: 263782
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Finnland

Wie sich entsandte Arbeitsmigranten auf die Beschäftigungsverhältnisse in der EU auswirken

Die Beschäftigungsverhältnisse bezüglich Arbeitsmigranten und die damit verbundenen Gesetze in der EU unterliegen einem Wandel. Im Rahmen einer EU-Initiative wurde die zunehmende Anzahl an entsandten Arbeitsmigranten und deren Auswirkungen auf die industriellen Beziehungen untersucht.
Wie sich entsandte Arbeitsmigranten auf die Beschäftigungsverhältnisse in der EU auswirken
EU-Gesetze schränken die Rechte von Gewerkschaften und Regierungen zur Regulierung der Arbeitsbedingungen von ausländischen Dienstleistern, die in deren Ländern tätig sind, ein. Die Beschäftigungsverhältnisse werden größtenteils durch die Heimatländer der Arbeitskräfte geregelt und nicht durch die Aufnahmeländer. Über transnationale Unterauftragsarbeit und Agenturentätigkeiten sind die Arbeitsmärkte der EU in Segmente unterteilt.

Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des EU-finanzierten Projekts TWES (Transnational work and the evolution of sovereignty) erforscht, wie die Souveränität über EU-Gesetze und Unternehmenspraktiken angepasst worden ist, um diese weniger territorial auszurichten. Das oberste Ziel bestand darin, zu bestimmen, inwiefern sich dies innerhalb der EU auf den Wandel der Beschäftigungsverhältnisse für Arbeitsmigranten ausgewirkt hat. Der Fokus lag angesichts der hohen Anteile entsandter Arbeitskräfte auf den Bau- und Metall verarbeitenden Industrien.

Die Projektpartner interviewten entsandte Migranten und einheimische Arbeitskollegen, um die Erfahrungen zu dokumentieren. Es wurden ebenfalls Geschäftsführer, Gewerkschaftsverantwortliche und politische Entscheidungsträger befragt. Weitere Interviews waren dabei behilflich, die politischen und rechtlichen Veränderungen zu verstehen, die sich in der EU vollziehen und die das Wachstum einer facettenreichen Souveränität beschleunigen. Unter Verwendung dieser Interviews als Grundlage wurden zahlreiche vergleiche Fallstudien zu verschiedenen Arbeitsstandorten und Industrien durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass neuen Arten der transnationalen Beschäftigung Möglichkeiten zugutekommen, systematisch zwischen nationalen Beschäftigungsstandards zu arbitrieren und nationale Vorschriften gänzlich zu umgehen. EU-Institutionen, insbesondere der europäische Gerichtshof, ermöglichen und unterstützen diese Praktiken mit rechtlichen Auslegungen, die transnationale Arbeitgeber vor nationalen Vorschriften schützen. Dies führt in vielen Industrien zu einem äußerst deregulierten paneuropäischen Arbeitsmarkt, in dem die einzige Option für Arbeitskräfte bei einer Ausbeutung durch den Arbeitnehmer darin besteht, anderswo eine Beschäftigung zu suchen.

TWES veranschaulichte, was passiert, wenn der Einfluss nationaler Arbeitskanäle abnimmt und sich die Arbeitnehmerentsendung verstärkt.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Entsandte Arbeitsmigranten, Beschäftigungsverhältnisse, TWES, transnationale Arbeit, Souveränität
Datensatznummer: 188340 / Zuletzt geändert am: 2016-08-22
Bereich: Industrielle Technologien