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ERC

ABEP Ergebnis in Kürze

Project ID: 249588
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Spanien

Die makroökonomischen Auswirkungen von Spekulationsblasen

Die großen und anhaltenden Bewegungen der Preise von Vermögenswerten in fortgeschrittenen kapitalistischen Volkswirtschaften kann nicht mit wirtschaftlichen Fundamentaldaten gerechtfertigt werden. Die dominante Wahrnehmung zeigt an, dass Blasen ein Marktversagen sind, ausgelöst durch irgendeine Form einer einzelnen Irrationalität.
Die makroökonomischen Auswirkungen von Spekulationsblasen
EU-finanzierte Forscher wählten einen anderen Studienansatz basierend auf der Annahme, dass die Marktteilnehmer individuell rational sind, ohne jedoch zu negieren, dass dies zu kollektiven suboptimalen Ergebnissen führen könnte.

ABEP (Asset bubbles and economic policy) zielte darauf ab, eine Wahrnehmung von Spekulationsblasen als Folgen von bestehendem Marktversagen zu entwickeln, und schufen einen empirisch relevanten makroökonomischen Rahmen. Im Rahmen des Projekts wurden drei Fragen entwickelt.

Die erste Frage betrifft die Beziehung zwischen Blasen und Finanzmarktreibungen, mit Betonung der Arten, wie die Globalisierung der Finanzmärkte und die Entwicklung neuer Finanzprodukte Größe und Auswirkungen von Blasen beeinflussen.

Zweitens untersuchten die Forscher die Zusammenhänge zwischen Blasen, Investitionen und Wirtschaftswachstum. Sie gingen von der Hypothese aus, dass positive Zyklen und Teufelskreise, wie das Wirtschaftswachstum, die Voraussetzungen für das Platzen von Blasen schaffen, während Blasen Anreize für die wirtschaftliche Entwicklung schaffen.

Die dritte Frage war die nach der optimalen Politik, um mit Blasen umzugehen, um zur Entwicklung von Instrumente beizutragen, mit denen die Politik Blasen mit positiver Wirkung erhalten und die mit negativen Auswirkungen verhindern können.

Die Projektforscher entwickelten eine neue Theorie von Spekulations- und Kreditblasen, die die Rolle von Sicherheiten und deren Schwankungen mit drei zentralen Implikationen betont.

Als erstes operieren Finanzsysteme mit zwei Arten von Sicherheiten: fundamental und blasig. In beiden Fällen schaffen Schwankungen - angetrieben von traditionellen oder fundamentalen Schocks - Boom-Bust-Zyklen bei Assetpreisen, Kreditinvestitionen und Wachstum.

Zweitens führen blasige Sicherheiten zu Gleichgewichtskredit (Crowding-in), ziehen aber einen Teil dieser Kredite von Investitionen (Crowding-out) ab. Das Crowding-in ist dominant, wenn die Blasen klein sind, während es zu einem Anstieg der Investitionen und des Ertrags kommt. Auf der anderen Seite führen große Blasen zu Crowding-out und geringen Investitionen und Erträgen. Eine optimale Blasengröße maximiert langfristig Produktion und Konsum.

Schließlich füllen Kreditgeber der letzten Instanz die Schwächen der Märkte, um die optimale Menge an blasigen Sicherheiten zu bieten. Hierfür kopieren sie die optimale Blasenverteilung durch Kreditbesteuerung, wenn die blasige Sicherheiten zu hoch, und durch Subventionierung, wenn sie zu niedrig ist. Diese Politik kann nicht als Verhinderung von Blasen oder als Bailout-Politik charakterisiert werden.

Die Projektergebnisse wurden in Artikeln in internationalen Zeitschriften veröffentlicht und bieten eine kohärente und umfangreiche Sicht auf die wirtschaftlichen Schwankungen, angetrieben von Spekulations- und Kreditblasen.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Spekulationsblasen, Vermögenspreise, Marktversagen, ABEP, Wirtschaftspolitik, Finanzmarkt
Datensatznummer: 188409 / Zuletzt geändert am: 2016-08-30
Bereich: Industrielle Technologien