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ERC

DII Ergebnis in Kürze

Project ID: 200971
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Schweden

Die neuen Implikationen von transnationalen Akteuren auf die Global Governance

Internationale Organisationen (IO) waren ursprünglich die ausschließliche Domäne der Regierungen der Mitgliedstaaten. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich jedoch komplexere Formen der Governance entwickelt, einschließlich der Beteiligung von nichtstaatlichen oder transnationalen Akteuren (TNA), Nichtregierungsorganisationen, multinationalen Unternehmen und Stiftungen.
Die neuen Implikationen von transnationalen Akteuren auf die Global Governance
Die zunehmende Geschwindigkeit, mit der internationalen Institutionen Mechanismen für die Beteiligung von TNA anbieten, ist einer der profundesten Trends im Bereich der Global Governance in den letzten zwei Jahrzehnten. DII (The design of international institutions: Legitimacy, effectiveness and distribution in global governance) untersuchte die Ursachen und die Auswirkungen dieser Verschiebung bei der Gestaltung internationaler Institutionen.

Das EU-geförderte Projekt erforschte die Ursachen dieses grenzüberschreitenden Wandels in der Global Governance und ihre Rolle für die Wirksamkeit von Problemlösungen, die demokratische Legitimität und Verteilungswirkungen von IO.

Die Forscher kombinierten statistische Analysen und Fallstudien, um TNA in über 50 IO vergleichsweise zu beurteilen, was zu interessanten Ergebnissen für Wissenschaftler und Praktiker führte.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich IO allmählich den TNA öffnen. Im Vergleich zu 1950 waren die institutionellen Regeln für die Aufnahme von TNA in IO im Jahr 2010 viermal großzügiger. IO sind erheblich anfälliger für Veränderungen als hinlänglich angenommen.

Die zunehmende Offenheit von IO für TNA kann durch zwei zentrale Faktoren erklärt werden. Der erste ist eine wachsende Zusammenarbeit in Bereichen, in denen TNA Dienste anbieten können, die von den IO gebraucht werden, diese aber selbst nicht gut erbringen können. Dazu gehören etwa die Bereitstellung von Hilfen für lokale Bevölkerungen oder das Sammeln von Informationen über Menschenrechtsverletzungen. Der zweite Faktor ist die interne Demokratie bei der Mitgliedschaft von IO, die die Regierungen der Mitgliedstaaten dazu drängt, demokratische Prinzipien der Governance auf globaler Ebene zu übernehmen.

Die Projektergebnisse zeigen auch, dass TNA diese Möglichkeiten auf ungleichmäßige Art und Weise ausnutzen. Nördliche, westliche und profitorientierte TNA sind überrepräsentiert, was darauf hindeutet, dass die Ressourcen für TNA eine Rolle spielen, um Vorteile aus größeren Zugangsmöglichkeiten in der Global Governance zu ziehen.

Andere Ergebnisse zeigen einen größeren Einfluss von TNA, die auf die Bereitstellung von Know-how angewiesen sind, im Vergleich zu jenen, die die öffentliche Meinung mobilisieren, was TNA an Interessengruppen auf nationaler Ebene bindet. TNA, die an der globalen Politikgestaltung beteiligt sind, machen IO nicht legitimer, weder für die Öffentlichkeit noch für die TNA selbst. Schließlich ist es wichtig, die Verteilungsgerechtigkeit der politischen Entscheidungsfindung zu berücksichtigen, wenn man die Legitimität von IO beurteilen will.

Das Projekt trug zur bestehenden Literatur über internationale institutionelle Strukturen, TNA im Bereich Global Governance und Demokratie jenseits des Nationalstaates bei. Es eröffnete auch eine neue Forschungsagenda zur Gestaltung von IO durch eine ehrgeizige Kombination von neuartigen Theorieentwicklungen und vergleichender empirischer Forschung.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Transnationale Akteure, Global Governance, internationale Organisationen, DII
Datensatznummer: 188413 / Zuletzt geändert am: 2016-08-30
Bereich: Industrielle Technologien