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ERC

Spatial Memory Ergebnis in Kürze

Project ID: 204643
Gefördert unter: FP7-IDEAS-ERC
Land: Niederlande

Wie man den Weg zurück nach Hause findet

Die Fähigkeit von Kindern und Erwachsenen zu Navigation und Reorientierung in deren Umgebung ist für deren Überleben von größter Bedeutung. Hiermit beschäftigte sich eine EU-finanzierte Initiative.
Wie man den Weg zurück nach Hause findet
In unserem Alltag müssen wir uns in bekannten und unbekannten räumlichen Umgebungen zurechtfinden. Dies beinhaltet, den Weg zurück zu finden, Umwege zu machen und Abkürzungen zu finden. Im Rahmen des Projekts SPATIAL MEMORY (Neural correlates of spatial memory in children and adults) wurde die Fähigkeit zur Erinnerung räumlicher Umgebungen und auf Grundlage dieser Informationen zu handeln untersucht.

Wissenschaftler verwendeten eine Kombination aus neuronaler Bildgebung und Verhaltenstechniken, um die Entwicklung räumlicher Fähigkeiten, der zugrunde liegenden neuronalen Korrelate räumlicher Repräsentationen und räumlicher Mechanismen für die Wegfindung zu untersuchen. Neuronale Korrelate lassen sich als Gehirnaktivität beschreiben, die einem bestimmten Erlebnis entspricht und die notwendig ist, um ein bestimmtes Erlebnis hervorzurufen. Im Rahmen des Projekts wurden ebenfalls individuelle Unterschiede bei Navigationsfähigkeiten für die Entwicklung räumlicher Fähigkeiten erforscht.

Die Forschung bezüglich Erwachsener ergab, dass Orientierungspunkte, die für das erfolgreiche Navigieren genutzt werden, eine Hirnregion im Schläfenlappen aktivieren, welche als Gyrus parahippocampalis (parahippocampal gyrus, PHG) bekannt ist. Dies ereignet sich während des Kennenlernens einer neuen Umgebung und während der Abfrage von Informationen. Ferner wurden anatomische Unterschiede in diesen Regionen anhand grauer und weißer Substanzen untersucht, die Navigationsfähigkeiten zugeordnet waren.

Untersuchungen mit Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 18 Jahren deuteten darauf hin, dass die selektive Reaktion auf relevante Orientierungspunkte im PHG graduell mit dem Alter anstieg. Erwähnenswerter Weise zeigten junge Kinder zwischen 2 und 3 Jahren in dem relativ kurzen Zeitraum von fünf Monaten eine Übergangsentwicklung bei der Verwertung von räumlichen Signalen.

Außerdem spielen individuelle Unterschiede bei den Lebensfähigkeiten im Alltag eine wichtige Rolle für die Entwicklung erwachsenenähnlicher Orientierungsstrategien. Forscher konnten unter Anwendung einer Elektroenzephalografie in der Tat Marker für räumliche Fähigkeiten bei einjährigen Kindern erkennen.

SPATIAL MEMORY demonstrierte somit sowohl graduelle als auch stufenweise Veränderungen, die vom Alter des Kindes sowie von der Art der räumlichen Information abhängen. Diese Ergebnisse werden wertvolle neue Erkenntnisse zur Beschaffenheit des menschlichen räumlichen Denkens bei Kindern und Erwachsenen liefern.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Räumliche Umgebungen, SPATIAL MEMORY, neuronale Korrelate, Navigation, Gyrus parahippocampalis, Orientierungsstrategien
Datensatznummer: 188442 / Zuletzt geändert am: 2016-08-31
Bereich: Biologie, Medizin