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FP7

ICEVOLUME Ergebnis in Kürze

Project ID: 326048
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Dänemark

Die Eiskappen Islands messen

Im Rahmen einer EU-finanzierten Studie wurden unter Verwendung digitaler Höhenmodelle (digital elevation models, DEMs) Volumenänderungen der Eiskappen Islands zwischen den 1930er Jahren und heute gemessen.
Die Eiskappen Islands messen
Das Projekt ICEVOLUME (Ice volume changes of Icelandic ice caps in the last 75 years - a view from the air) wurde eingerichtet, um eine 3D-Ansicht zu den Eiskappenvolumenänderungen der vergangenen 75 Jahre in Island zu erstellen. Forscher interpretierten die Ursachen festgestellter Eiskappenveränderungen über eine begleitende Analyse bestehender meteorologischer Daten, Gletscherwogenaufzeichnungen, Messungsaufzeichnungen zu Eisrändern und weiterer Datensätze.

Eine einzigartige Sammlung von Luftfotos und neue LIDAR (Light Detection And Ranging)-DEMs lieferten die Ausgangsdaten für die DEM-Erstellung. In geographischen Informationssystemen (geographical information systems, GIS) wurden Differenz-DEMs (dDEMS) erstellt und zusammen mit geometrisch korrigierten Luftaufnahmen (Orthofotografien) analysiert. Hierdurch wurden Gletscheränderungen offenbar.

Metadaten für alle Luftfotografien, die bezüglich der Stereophotogrammetrie verwendet worden waren, wurde in einer Datenbank zusammentragen. Dies beinhaltete die Bodenposition von Bildmittelpunkten, die Flugrichtung und -höhe sowie Kamerainformationen und -kalibrierung. Es wurden DEMs aus Luftaufnahmen zu einer Reihe isländischer Gletscher und Eiskappen sowie aus Aster-Satellitendaten erstellt.

Ferner wurden dDEMs zum nördlichen Rand des Vatnajökull-Gletschers, der größten Eiskappe Islands, für die Jahre 1961, 1988 und 2003 erstellt und es wurden die Auswirkungen großer Gletscherwogen im Vorfeld quantifiziert. Hierbei handelte es sich um einen innovativen Ansatz für die Quantifizierung von Veränderungen hinsichtlich Eisvolumen und Sedimentvolumen.

Forscher verwendeten zudem die DEMs zum Drangajökull, dem drittgrößten Gletscher Islands, um die während der drei Gletscherwogen verdrängten Eismengen zu quantifizieren. Die Resultate zeigten, wie sich die Eiskappe nach Gletscherwogen wiederaufbaut und wie die verschobenen Eismengen während inaktiver Zeiträume abschmelzen.

ICEVOLUME bringt die bestehenden Kenntnisse, die hauptsächlich auf Eisrandmessungen und punktuellen Messungen zu Abschmelzung und Akkumulation basieren, erheblich voran. Es ist von entscheidender Bedeutung, aktuelle Gletscherveränderungen zu verstehen und zu quantifizieren, damit zukünftige Reaktionen von Gletschern auf sich verändernde Klima- und Umweltbedingungen prognostiziert werden können.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Island, Eiskappe, digitales Höhenmodell, ICEVOLUME, Gletscherwoge, Lichterfassung und -bereich, geographische Informationssysteme, Orthofotografien, Stereophotogrammetrie
Datensatznummer: 188552 / Zuletzt geändert am: 2016-09-15
Bereich: Umwelt