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Altenfreundliche Städte, die auf die Bedürfnisse von Einwohnern reagieren

In nur 15 Jahren werden 60 % der Menschen in Städten leben und ein Viertel dieser Menschen wird älter als 60 Jahre sein. Ein altenfreundliches Programm wird den Städten Europas dabei behilflich sein, sich an die veränderten Bevölkerungsanforderungen anzupassen.
Altenfreundliche Städte, die auf die Bedürfnisse von Einwohnern reagieren
Im Rahmen des Projekts AGE-FRIENDLY (Promoting active ageing: Developing age-friendly cities) wurde untersucht, wie „altenfreundliche“ Städte entworfen und gebaut werden können. Ein dem Wesen des Projekts entsprechend interdisziplinäres Beratungsgremium und Projektteam berücksichtigte relevante Aspekte in den Bereichen soziale Geographie, Psychologie, ökologische Gerontologie, Stadtgestaltung, Architektur und Epidemiologie.

Das Projekt AGE-FRIENDLY war auf die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ein aktives Altern fokussiert – einer fortwährenden Beteiligung an allen Aspekten des sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen, geistlichen und bürgerlichen Lebens. Hierfür ermittelte das Team Herausforderungen, die ältere Einwohner selbst für entscheidend erachteten, um ein altenfreundliches Leben zu entwerfen und es wurden ältere Menschen als wichtige Akteure für die Planung und Implementierung der Studie miteinbezogen.

Eine Schulung für die Tätigkeit als Assistenzprüfer wurde 18 älteren Einwohnern zwischen dem 58. und 74. Lebensjahr zuteil. Zu den Kernbestandteilen des Kurses zählten unter anderem die Gestaltung von Forschungsmaterialien, Befragungstechniken, Datenanalysen und die Übertragung der Ergebnisse in die Praxis. Die assistierenden Forscher führten 68 Interviews in drei Wohngegenden in Manchester mit älteren Menschen durch, die unter sozialer Exklusion, Isolation, Armut oder gesundheitlichen Problemen litten.

Zu den Empfehlungen auf Grundlage der Umfrageergebnisse zählt ein Mechanismus, um ältere Menschen dazu zu befähigen und diesen zu ermöglichen, sich am sozialen Leben zu beteiligen. Die Daten lenkten die Aufmerksamkeit ebenfalls auf die Tatsache, dass die Bürgerrechte eingehalten werden müssen, damit die Bürger die Möglichkeiten einer Stadt vollständig ausschöpfen können. Ferner machten die Ergebnisse deutlich, dass soziale und physische Hindernisse das Leben zahlreicher älterer Menschen in einer urbanen Umgebung einschränken können.

Die Forschungsarbeit hat das Interesse der WHO auf sich gezogen und ist bei den Vereinten Nationen in New York, bei Age UK, bei Age Platform Europe und bei anderen Organisationen, die im Altersbereich tätig sind, vorgestellt worden. Greater Manchester plant die Ergebnisse des Projekts zur Entwicklung altersfreundlicher Wohngegenden auf regionaler Basis zu verwenden. Insbesondere das von der Körperschaft Big Lottery finanzierte Programm „Ambition for Ageing“ wird das Thema der sozialen Exklusion adressieren und die Schlussfolgerungen der AGE-FRIENDLY-Studie nutzen.

Die assistierenden Forscher, die an der Studie beteiligt waren, haben sich zeitlich unbeschränkt in einer Gruppe organisiert und beabsichtigen, einen Fördermittelantrag für altenfreundliche Initiativen zu stellen. Die Bewegung zur Inklusion älterer Bürger als führende und visionäre Architekten der eigenen Zukunft ist für alle diejenigen eine Quelle der Inspiration, die an der Entwicklung urbaner Gemeinschaften beteiligt sind.

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Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Altenfreundliche Städte, AGE-FRIENDLY, urban, Schulung, Assistenzprüfer
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