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Ansprüche, Erwartungen und Erfolge in der Bildung

Die Beziehung zwischen Ansprüchen, Erwartungen und Leistungen in der Bildung bleibt oft mehrdeutig. Ein von der EU finanziertes Projekt überprüfte nun die Konsequenzen dieser Verbindung.
Ansprüche, Erwartungen und Erfolge in der Bildung
Die dem Thema Bildungsziele, -erwartungen und -erfolge gewidmete vorhandene Literatur scheint über die kausalen Beziehungen zwischen diesen Begriffen eher Verwirrung zu stiften. Obgleich das Thema seit den späten 1960er und frühen 1970er Jahren untersucht wird, bleibt der Zusammenhang recht vage. Zum Beispiel ist es unklar, wann und wie großen Leistungen hohe Erwartungen vorausgehen oder ob hohe Erwartungen ein zuverlässiger Indikator für den zukünftigen Erfolg sind.

Das Projekt RAEAA (The relationship between aspirations, expectations and achievement: Analysing the longitudinal survey of young people in England) untersuchte die Auswirkungen dieser Beziehung. Die Forschungsmethodik umfasste die Studien der Longitudinal Survey of Young People in England (LSYPE) von 2004 und die National Pupil Database (NPD). Es wurden die Daten von insgesamt 15 770 jungen Menschen erhoben, die 647 verschiedene Schulen in England besuchen. Es zeigte sich bei einigen Schülerinnen und Schülern eine Annäherung in Bezug auf Ansprüche, Erwartungen und Leistungen, obwohl sich diese bei den meisten jungen Menschen nicht immer angleichen.

Diese Methodik gestattete den Aufbau eines neuen Ansatzes in Richtung Konzeptualisierung der Beziehungen zwischen Ansprüchen, Erwartungen und Leistungen unter Schülerinnen und Schülern mit Mehrheiten- und Minderheitenhintergrund in England. Projektziel war, alle möglichen Situationen ausgerichteter und falsch ausgerichteter Zukunftsorientierung inmitten von Ansprüchen, Erwartungen und Leistungen sowie die bestimmenden Faktoren für jede Situation wie etwa Familie, Klasse, Schule und örtliche Lage zu präsentieren.

Die Resultate belegten, dass viele junge Menschen, obgleich sie leistungsstark sind, nicht unbedingt hohe Ziele oder Erwartungen entwickeln. In ähnlicher Weise garantieren bei einem von fünf jungen Menschen hohe Ansprüche bzw. Ziele oder Erwartungen nicht den akademischen Erfolg. Die Projektergebnisse führten zu einem deutlichen analytischen Rahmenplan für die weitere Forschung und Politikentwicklung in diesem Bereich hin.

Die Projektforscher überprüften, auf welche Weise verschiedene Kombinationen von Ansprüchen, Erwartungen und schulischen Leistungen das zukünftige Bildungsverhalten der Schüler wie etwa die Bewerbung an einer Hochschule im Alter von 17 bis 18 beeinflussen können. Die Studie demonstrierte, dass die Schülerinnen und Schüler entweder mit hochgesteckten Zielen oder hohen Erwartungen höhere Schulleistungen haben, im Vergleich zu jenen, die sowohl geringe Ansprüche als auch niedrige Erwartungen haben.

Eine komplette Angleichung zwischen hohen Ansprüchen, hohen Erwartungen und hohen Leistungen ist der wichtigste Prädiktor für zukünftige Bildungsverhalten bei Lernenden. Geringe Erwartungen haben jedoch keinen negativen Einfluss auf das zukünftige Verhalten der Schülerinnen und Schüler, wenn sie mit hohen Ansprüchen und hohen Schulleistungen kombiniert auftreten. Abschließend fand die Studie auf Ebene des Realschulabschlusses (General Certificate of Secondary Education, GCSE) deutliche ethnische Unterschiede zugunsten der weißen Schülerinnen und Schüler, die im Verhältnis zur Bewerbung an der Universität im Alter von 17 bis 18 umgekehrt ausfielen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Ansprüche, Ziele, Erwartungen, Leistung, Bildung, RAEAA
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