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FP7

PALEOHUNT Ergebnis in Kürze

Project ID: 328502
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Eine Rekonstruktion paläolithischer Jagdtechniken

Über die Untersuchung von Jagdtechniken während der paläolithischen Ära wird nachvollziehbar, wie sich neue Techniken und Ideen im Verhältnis zu physischen Migrationsbewegungen von Menschen oder zur Assimilierung von Ideen verbreiteten. Forscher wandten neue multidisziplinäre und methodologische Ansätze an, um das Wissen zu diesem Thema zu erweitern.
Eine Rekonstruktion paläolithischer Jagdtechniken
Das Projekt PALEOHUNT (The reconstruction of hunting techniques as an instrument to understand the diffusion of populations and ideas in European Palaeolithic) widmete sich drei Herausforderungen. Zunächst wurde mit der Rekonstruktion von Veränderungen der Jagdstrategien im europäischen Jungpaläolithikum über eine Analyse von Steinwerkzeugen und Knochenspitzen begonnen.

Daraufhin wurden im Zuge des Projekts Daten von unterschiedlichen archäologischen Stätten verglichen, um ein verbessertes Verständnis von der Bedeutung verschiedener regionaler Fazies zu bekommen. Das letzte Ziel bestand schließlich darin, die Modalitäten und Zeitabläufe zur Verbreitung neuer Techniken und Ideen in Erfahrung zu bringen, die entweder mit physischen Migrationsbewegungen von Menschen oder der Assimilation von Ideen in Verbindung stehen.

Das Projekt integrierte drei methodische Ansätze: eine ethnographische Erhebung, um die Jagdtechniken und die Mobilität unter prähistorischen Jägern in Erfahrung zu bringen; eine techno-funktionelle Analyse der Stein- und Knochenindustrien; sowie eine Analyse zu Rückstanden und der chemischen Zusammensetzung bearbeiteten Materials (pflanzlich oder tierisch). Zum Vergleich von Daten unterschiedlicher archäologischer Projekte wurde derselbe multidisziplinäre Ansatz angewandt.

In der Hauptphase des Projekts wurde eine vergleichende Analyse von Jägerausrüstung wichtiger mährischer Gravettien-Standorte in der Tschechischen Republik und dem Standort Grotta Paglicci in Italien durchgeführt. Dies war dabei behilflich, zu bestimmen, ob Werkzeuge gemeinsame morphologische und funktionelle Eigenschaften aufweisen und wie diese mit der Jagd in unterschiedlichen natürlichen Umgebungen verbunden sind.

Im Rahmen des Projekts wurden 104 Werkzeuge aus Knochen und und Geweihen analysiert, die in Italien gefunden worden waren, und im Hinblick auf jagdbezogene Aspekte untersucht. Die Geweihstellen bestanden aus Rothirschgeweih. Die Forscher hoben die Notwendigkeit hervor, insbesondere mit Blick auf die gegenüberliegende Seite des Adriatischen Meers die Möglichkeit des Handels mit oder des Austauschs von Geweihwerkzeugen zu berücksichtigen.

Forscher sammelten, analysierten und verglichen darüber hinaus unterschiedliche in der Tschechischen Republik entdeckte Materialien mit Materialien aus Italien. Dies ließ eine Reihe wichtiger Erwägungen bezüglich der paläolithischen Jagdtechniken zu. Die Zusammenarbeit mit einem Experten für Mammutstoßzähne war für die Fortschritte der Untersuchung von entscheidender Bedeutung.

Über das gesamte Projekt hinweg wurde besonders auf die Methodologie für die Analyse von Rückständen an Stein- und Knochengeschossspitzen geachtet. Der Untersuchung von Giften wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil. Dies führte zur Erstellung einer Datenbank zu bekannten toxischen Pflanzen.

Die Projektergebnisse wurden auf verschiedenen Konferenzen in England und Spanien präsentiert, während verschiedene Beiträge und Artikel für eine Publikation in der Fachzeitschrift Quaternary International eingereicht und angenommen wurden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Paläolithisch, Jagdtechniken, Migrationsbewegungen von Menschen, Assimilierung von Ideen, PALEOHUNT, archäologisch
Datensatznummer: 188644 / Zuletzt geändert am: 2016-10-11
Bereich: Industrielle Technologien