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Die Grundlagen der Wissenschaft

In einer EU-Studie hat man die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern und Journalisten erforscht. Eine Analyse aufgezeichneter Fernsehinterviews ergab bestimmte Muster der Erzählstruktur und der Wahl des Wortschatzes, den Wissenschaftler im Allgemeinen verwenden.
Die Grundlagen der Wissenschaft
Man hat schon recht gut dokumentiert, dass Wissenschaftler und Journalisten verschiedene, unter Umständen widersprüchliche Kommunikationsstile haben. Die Form derartiger Wechselwirkungen beeinträchtigt jedoch die Gestaltung der Nachrichten aus der Wissenschaft.

Das EU-finanzierte Projekt NARRATIVE/ SCIENCE (Weaving stories, explaining science – Scientists and journalists on the air) erforschte auf linguistische Weise, wie Wissenschaftler mit Journalisten sprechen. Die Studie umfasste erzählerische und metaphorische Strategien, mit denen Experten ihr Wissen mitteilen. Die Untersuchungen spiegelten die Rolle derartiger rhetorischer Mittel bei der Vermittlung und Verbreitung von Forschung wider.

Die zu analysierenden Daten entstammten einer vorhandenen Menge von 150 Interviews mit 140 Wissenschaftlern, die das israelische Fernsehen von 2009 bis 2011 durchgeführt hatte.

Aus den Resultaten geht die Anwendung verschiedener Erzählstrategien hervor. Zumeist handelte es sich um einen Bericht in der Ich-Form, der sich an der Forschungsarbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler orientierte. Man erzählte in erster Linie, um wissenschaftliche Erläuterungen zu geben, oder in Form von Antworten auf Fragen.

Die Analyse legte außerdem offen, dass die Wissenschaftler bei ihren Berichten dem Publikum vertraute soziale und kulturelle Szenarien oder die Themen der wissenschaftlichen Untersuchung in den Mittelpunkt rückten. Die meisten Geschichten kamen aus einem bestimmten Fachgebiet, 43 % jedoch bewegten sich zwischen den Erzählwelten.

Die Studie dokumentierte die Verwendung von 3 162 Metaphern, deren überwiegender Teil keine wissenschaftliche Terminologie enthielt.

Die Forscher analysierten außerdem Antworten auf Anfragen an medizinische Beratung durch Experten. Die Antworten wurden im Allgemeinen ein wenig wie Erzählungen bearbeitet, beschrieben und strukturiert.

NARRATIVE/ SCIENCE führte überdies ein sprachwissenschaftliches Schulungsprogramm für seine Forschenden durch, das hauptsächlich Workshops und Seminare umfasste. Das Training konzentrierte sich auf einen interaktionellen Ansatz an den Sprachgebrauch. Themenschwerpunkte waren Berichts- und Konversationsanalyse, linguistische Ethnografie, funktionale Grammatik und kritische Diskursanalyse.

Die Studie unterstützte die Entwicklung eines neuen Typs von Schulungsworkshops, der sich an Experten und Hochschulabsolventen der Naturwissenschaften richtet. Training dieser Art brachte effektive Ergebnisse, weil es realistisch war und hypothetische Leitlinien für die Medienkommunikation vermieden wurden.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Wissenschaft, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Journalistinnen und Journalisten, Bericht, Nachrichten aus der Wissenschaft, NARRATIVE/ SCIENCE, Linguistik, Sprachwissenschaft
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