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FP7

RISK COMMUNICATION Ergebnis in Kürze

Project ID: 330462
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Bessere Strategien für die Kommunikation rund um Finanzplanung

Finanzielle Notlagen im Alter werden in zunehmendem Maße zu einem ernsten Problem, das über 20 % der europäischen Verbraucherinnen und Verbraucher betrifft. Zurückzuführen ist das auf Faktoren wie etwa eine längere Lebenserwartung, sinkende öffentliche Pensionsfonds sowie längere Zeiträume der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung.
Bessere Strategien für die Kommunikation rund um Finanzplanung
Ein EU-finanziertes Projekt wollte den Erkenntnisstand über effektive Gestaltungsformen der Kommunikation über Finanzplanung verbessern. Das Projekt RISK COMMUNICATION (Designing evidence-based communication for elderly consumers in financial distress) verfolgte vier Ziele, um diese Vorgabe zu erreichen.

Zunächst führten die Projektkollegen zwei Literaturrecherchen, die Mustern und Erklärungen der Überschuldung im höheren Alter in Deutschland nachgingen, sowie Experteninterviews in Deutschland, den Niederlanden und im Vereinigten Königreich durch. Die Interviews drehten sich um Themen wie etwa Finanzplanung, akademische Forschung, Kreditwesen, Religionsgemeinschaften, Behördendienste und Verbraucherschutz.

Die zweite Zielstellung umfasste 46 dem mentalen Modell entsprechende Interviews mit Erwachsenen zwischen 60 und 85 Jahren, die in den drei vorhergehend genannten Ländern in Gebieten mit hoher Armutsquote leben. Die Forscher entwickelten außerdem eine Online-Umfrage zur Überprüfung der Erkenntnisse aus den Experten- und Verbraucherinterviews von insgesamt 350 Erwachsenen in finanzieller Notlage.

Im Rahmen der Datenanalyse untersuchte man den Zusammenhang zwischen einer finanziellen Notlage und Indikatoren für physisches und körperliches Wohlbefinden. Die Umfrage untersuchte drei Themenbereiche: Ernährungsgefährdung, Einsamkeit und Depression sowie die Qualität von unterstützenden Familiennetzwerken. Zum Abschluss entwickelte das Projekt als Teil der Datenanalyse und von Diskussionen Protokolle.

Im Zuge der Projektinterviews kamen Ursachen und Folgen der finanziellen Notlage im höheren Alter sowie neben anderen Punkten neue Erkenntnisse über die emotionalen Belastungen durch Schulden, die Kompromisse bei der Erfüllung grundlegender Bedürfnisse sowie die mangelnde Unterstützung durch die Familie zutage. Zudem überprüfte man in der Zweitbefragung den Zusammenhang zwischen einer finanziellen Notlage im Alter und dem körperlichen, kognitiven und sozialen Wohlergehen.

Die im Zeitraum des Projekts durchgeführte Forschung gehört EU-weit zu den ersten systematischen Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen älteren Konsumenten und dem Wissen über Dekumulierung von Vermögenswerten, dem Glauben an und Erfahrungen mit Strategien zum Schuldenmanagement und zur Finanzplanung. Die Untersuchung verfolgte überdies einen neuen und innovativen Ansatz unter Anwendung evidenzbasierter Konzepte der Risikowahrnehmung und Kommunikationsforschung, um finanzielle Entscheidungen älterer Konsumentinnen und Konsumenten zu verstehen.

Zudem wurden mit RISK COMMUNICATION erstmals die möglichen Bedürfnisse älterer Konsumenten in Sachen Finanzberatung und ihrer Vorlieben erforscht, wobei man die Rolle neu eingeführter behördlicher Beratungsdienste untersuchte. Zu guter Letzt erarbeitete man im Rahmen der Studie systematisch Protokolle, um die evidenzbasierte Risikokommunikation auszugestalten, die auf Finanzmanagementrisiken älterer Verbraucher in finanzieller Notlage abzielen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Finanzplanung, finanzielle Notlage, RISK COMMUNICATION, ältere Verbraucherinnen und Verbraucher, Schulden
Datensatznummer: 188697 / Zuletzt geändert am: 2016-10-14
Bereich: Industrielle Technologien