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Mikrobialithe beleuchten Massensterben in der Vergangenheit 

Über die Gründe für die Bildung von Mikrobialith in bestimmten Umgebungen und Perioden wissen wir nicht viel, obwohl man glaubt, dass sie mit Umweltveränderungen und Massensterben einherging. Eine EU-finanzierte Initiative untersuchte, ob das Auftreten dieser Strukturen Veränderungen bei der Meerwasserchemie oder das Aussterben von Weideorganismen oder beides widerspiegelt. 
Mikrobialithe beleuchten Massensterben in der Vergangenheit 
Mikrobialithe werden von den Gemeinden von Mikroorganismen gebildet, die Sedimentpartikel einfangen und binden, um Mineralablagerungen zu erzeugen. Sie besitzen eine breite Palette von unterschiedlichen ​​Morphologien und sind in geologischen Formationen zu finden, die bis zu 3,45 Milliarden Jahre alt sind.

Ziel des Projekts ET MICROBIALITES (Formation mechanisms of Early Triassic microbialites in the aftermath of the greatest mass extinction at the Permian-Triassic-Boundary) war es, die Entstehung von Mikrobialithen in Phasen der Erdgeschichte zu verstehen, die durch sich verändernde Umgebungen und Ökosysteme gekennzeichnet sind.

Das verwendete Beispiel war das größte Massensterben aller Zeiten am Ende des Perms. Im Anschluss an dieses Ereignis waren mehr als 90% der marinen Arten ausgestorben, während Mikrobialithe bildende Mikroben zu wichtigen Bestandteilen des marinen Ökosystems wurden.

Die Forscher führten eine einzigartige Multi-Proxy-Studie über Karbonate und Geröllsedimente an gut erhaltenen Gesteinsproben aus dem Iran und der Türkei durch. Ziel war es, die Prozesse der Karbonatformation zu verstehen und sich verändernde Umgebungen vom Ende des Perms bis in die frühe Trias zu rekonstruieren.

Untersuchungen von Gesteinen ergaben, dass das mikrobielle Karbonat reichlich Lipid-Biomarkern (molekulare Fossilien) enthielt, was auf das Vorhandensein von geschichteten mikrobiellen Matten auf dem Meeresboden hindeutet. Die Biomarker-Nachweise und Kohlenstoff-Isotope lassen vermuten, dass die photosynthetische Entfernung von Kohlendioxid (CO2) durch Cyanobakterien wesentlich zur Karbonatfällung beitrug. Darüber hinaus bestehen bis zu 50% des Gesteins aus Schwamm-Fossilien (d.h. Keratose-Schwammgewebe). Mikroben und Schwämme wuchsen synergistisch, um schwamm-microbialite Riffe in der Zeit unmittelbar nach dem Massenaussterbend im späten Perm zu bilden. In den schwamm-microbialiten Riffen wurden reichlich Fossilien von sauerstoffabhängigen Metazoen, wie etwa Ostracoden, Muscheln und Schnecken gefunden. Diese Tatsache und das Auftreten von reichlich Cyanobakterien wiesen auf die Anwesenheit von gut oxygenierten Umgebungen hin.

ET MICROBIALITES zeigte, dass Metazoen-Riffökosysteme während der frühen Trias nicht durch das Massenaussterbend des späten Perms zum Aussterben getrieben wurden und überdauern konnten, wenn auch in einem reduzierten Zustand. Durch das Verständnis dieser Prozesse, gewinnen die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Geschichte der Erde, was ihnen helfen wird, die ökologischen Herausforderungen von heute und in der Zukunft zu lösen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

MICROBIALITES, frühes Trias, Massenaussterben, Multi-Proxy, Biomarker, geschichtete mikrobielle Matten, Schwämme, Riffe
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