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Irland und Italien: Aus- und Einwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Rahmen einer vergleichenden Studie hat man die Wege nachgezeichnet, wie Irland und Italien seit 1945 von Auswanderung und Einwanderung geprägt wurden. Sie hebt hervor, auf welche Weise die beiden Länder ihre Übergänge angepasst haben.
Irland und Italien: Aus- und Einwanderung nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach 1945 wanderte ein erheblicher Anteil der Bevölkerung aus Irland und Italien aus. In der Nachkriegsliteratur hat man es jedoch versäumt, die Auswirkungen zu quantifizieren, die diese Begebenheiten auf die jeweilige Gesellschaft und die zurückbleibenden Menschen hatte. Beide Länder haben sich innerhalb kurzer Zeit von homogenen zu heterogenen Gesellschaften gewandelt. Und wieder einmal verlassen junge Menschen in Folge der zu Hause eingeschränkten Chancen Irland und Italien. Inzwischen sind die neu Ankommenden gleichermaßen auf der Suche nach einem besseren Leben.

IIMIGRATI (Ireland and Italy's migration experiences since 1945 compared) war ein EU-finanziertes Projekt, das diese Trends in beiden Ländern einer Betrachtung unterzogen hat. Anhand des Instrumentariums der vergleichenden Geschichte überprüfte IIMIGRATI die Gründe, warum die Menschen die Heimat verließen, die Auswirkungen auf die Gesellschaften, die sie hinter sich gelassen hatten, die Auswirkungen der Rückkehrmigration und schließlich, wie sich die Länder an die Aufnahme der Einwanderer aus jüngster Zeit angepasst haben.

Aus Archiven in Bibliotheken und anderen Sammlungen in beiden Ländern wurden quantitative und qualitative Primär- und Sekundärquellen zusammengetragen. Die Arbeit anhand dieser Quellen ergab deutliche Veränderungen in der irischen und italienischen Gesellschaft nach 1945. So vernichtete beispielsweise der technische Fortschritt Beschäftigungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft. Des Weiteren sorgte der Bedarf an Arbeitskräften für den Wiederaufbau von Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg für bessere Einkommenschancen im Ausland.

Im Italien der 1950er und 1960er Jahre waren Rückkehrmigration und Binnenwanderung besonders auffallend. Historiker, die Irland untersuchten, haben Bewegungen dieser Art unterschätzt. Die Resultate von IIMIGRATI bezeugen, dass die Rückwanderung nach Irland in den 1960er und 1970er Jahren viel stärker als bisher angenommen war. Mit der Rezession von 2008 nahm die Auswanderung aus Irland und Italien in hohem Maße zu. Die Anzahl der qualifizierten irischen Einwanderer war erheblich höher, da sie über mehr übertragbare Fertigkeiten verfügten und dieselbe Sprache wie in vielen der Zielländer sprachen.

Die Erkenntnisse aus dieser interdisziplinären und historischen Migrationsstudie können die Arbeit an anderen Ansätze beeinflussen sowie für ein besseres allgemeines Verständnis der europäischen Gesellschaft sorgen.

Verwandte Informationen

Fachgebiete

Scientific Research

Schlüsselwörter

Zweiter Weltkrieg, Zuwanderung und Abwanderung, Auswanderung, Einwanderung, Zuwanderung, Irland, Italien, IIMIGRATI
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