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FP7

PMINMCI Ergebnis in Kürze

Project ID: 623230
Gefördert unter: FP7-PEOPLE
Land: Vereinigtes Königreich

Bessere Frühdiagnose und Intervention bei Demenz

Eine innovative Analysemethode des prospektiven Gedächtnisses älterer Menschen mit beginnender Alzheimer-Demenz soll Früherkennung und Intervention verbessern.
Bessere Frühdiagnose und Intervention bei Demenz
Europas Bevölkerung altert schnell, sodass alles dafür getan werden muss, um weiterhin Selbständigkeit und Wohlbefinden dieser Bevölkerungsgruppe zu sichern. Eine der wichtigsten Fähigkeiten ist das prospektive Gedächtnis, d.h. an Dinge zu denken, die künftig anstehen, etwa Medikamenteneinnahme oder pünktliches Zahlen von Rechnungen. Doch obwohl diese Fähigkeit für Unabhängigkeit im Alltag unerlässlich ist, beschäftigt sich die Forschung damit weit weniger als mit dem retrospektiven Gedächtnis, das Zurückliegendes erinnert (z.B. Namen oder gestrige Aktivitäten).

Ein EU-finanziertes Projekt, PMINMCI (Prospective Memory in Mild Cognitive Impairment) führte die erste systematische Studie zum prospektiven Gedächtnis bei Senioren mit erhöhtem Demenzrisiko durch. Vor allem sollten Menschen am Übergang zwischen normalem Altern und Alzheimer identifiziert, Gedächtnisprobleme im Alltag untersucht und rechtzeitig psychologische Intervention angeboten werden, um die Angst vor Gedächtnisverlust zu nehmen.

Der Übergang vom normalen Altern zu Demenz wird als leichte kognitive Störung (MCI) bezeichnet. Bei amnestischer MCI ist das Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, sehr viel höher als bei normal alternden Gleichaltrigen.

In der ersten Studie testete PMinMCI 46 MCI-Probanden und 48 gesunde ältere Erwachsene der gleichen Altersgruppe. Die zwei Sitzungen dauerten jeweils zwei Stunden und umfassten standardisierte Tests zum prospektiven Gedächtnis. Im zweiten Teil der Studie sollten die Teilnehmer täglich eine Woche lang im Tagebuch Gedächtnislücken notieren, die im Alltag auftreten. Jeder Teilnehmer wurde zweimal am Tag aufgefordert, sein Tagebuch zu führen.

In der zweiten Studie wurden in einer jeweils 2-stündigen Sitzung 25 MCI-Patienten und 25 gesunde Gleichaltrige getestet. Jedem Teilnehmer wurde eine monotone Beobachtungsaufgabe gestellt, um spontane Erinnerungen zu erfassen. Die Teilnehmer sollten währenddessen kurz ihre spontanen Gedanken beschreiben und dann angeben, ob diese Gedanken unwillkürlich kommen, ein künftiges Ereignis betreffen oder die aktuelle Situation repräsentieren.

Die Ergebnisse zeigten, dass MCI-Patienten bei den prospektiven Gedächtnisaufgaben wesentlich schlechter abschnitten als die gesunden Probanden, vor allem, wenn in einer relativ einfachen Aufgabe spontane Absichten erinnert werden sollten. Zudem hatten MCI-Patienten weniger unwillkürliche Erinnerungen, für die ebenfalls spontan (automatisch) Erinnerungen abgerufen werden mussten. MCI-Patienten berichteten im Tagebuch über mehr retrospektive Fehler und gaben an, dass das tägliche Aufschreiben von Erinnerungslücken hilft, über den Zustand des eigenen Gedächtnisses auf dem Laufenden zu sein.

Die PMinMCI-Studie zu prospektivem Gedächtnis könnte für das klinische Umfeld angepasst werden und in die Standarddiagnostik zu kognitiven Störungen bei älteren Erwachsenen einfließen. Zudem können Ängste und Sorgen um die Gedächtnisfunktion reduziert werden, wenn ein Vergesslichkeitstagebuch geführt wird.

Verwandte Informationen

Schlüsselwörter

Demenz, prospektives Gedächtnis, ältere Erwachsene, Alzheimer, PMINMCI, leichte kognitive Störung
Datensatznummer: 190567 / Zuletzt geändert am: 2016-11-18
Bereich: Biologie, Medizin