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Genetische Ursachen für entzündliche Darmerkrankungen

Patienten, die an chronisch entzündlicher Darmerkrankung (IBD) leiden, steht nun Hilfe von EU-Wissenschaftlern in Aussicht, die entsprechende Risikogene identifiziert haben.
Genetische Ursachen für entzündliche Darmerkrankungen
IBD ist eine lebenslang bestehende entzündliche Erkrankung des Darms. Die beiden Haupttypen sind Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, deren Ursachen genetisch und erblich sind. Obwohl bereits einige IBD-assoziierte Gene gefunden wurden, die als therapeutische Ziele in Frage kommen, sind nur 25 % aller erblichen Risikofaktoren auf diese Gene zurückzuführen.

Das EU-finanzierte Projekt TRANS_CEDAR (Identifying inflammatory bowel disease causative genes through trans-eQTLs mapping within GWAS loci) identifizierte Gene, die Menschen anfälliger für IBD machen.

So wurden an neun Gewebetypen von 350 gesunden Europäern Genomanalysen durchgeführt, um Variationen zu finden, die ursächlich für IBD sind. Mit statistischen Analysen sollte festgestellt werden, ob bestimmte Genvarianten in engerem Zusammenhang mit IBD stehen als andere.

Dabei offenbarte sich eine starke Korrelation zwischen IBD und Immungenen, die Zellen etwa vor bakteriellen Krankheitserregern schützen, sowie vier weiteren Genen. Die Immungene des so genannten MHC (Haupthistokompatibilitätskomplex) spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Anfälligkeit für Colitis ulcerosa.

Eines der anderen erwähnten Gene (Acyloxyacyl-hydrolase, AOAH) inaktiviert Toxine pathogener Bakterien. Ist die Funktion von AOAH gestört dazu, kann die Immunantwort auf bakterielle Toxine zu Darmentzündungen führen, was den Zusammenhang mit Colitis ulcerosa nahe legt.

Nach Identifizierung IBD-assoziierter Gene aus verschiedenen Geweben wurde untersucht, wie die Genfunktion durch diese Variationen verändert wird, um auf molekularer Ebene die Ursachen von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn zu klären.

Die von TRANS_CEDAR ermittelten Daten gesunder Probanden können auch Aufschluss über genetische Ursachen weiterer, insbesondere immunologisch bedingter Erkrankungen geben. Die Gene könnten die Diagnose von IBD vereinfachen und neue therapeutische Ziele darstellen.

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Schlüsselwörter

Entzündliche Darmerkrankung, Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, IBD-assoziierte Gene, TRANS_CEDAR
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